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Baur.
daß auch das wilde A. majus in dieser Weise analysiert werden könnte. Vor allem ist es dabei von Interesse festzustellen, ob die zahlreichen, offenbar in Kultur entstandenen Rassen etwa alle einfach durch das Fehlen einzelner Erbeinheiten charakterisiert seien, die in dem wilden A. majus alle vorhanden sind.
Diese Frage ist nicht zu beantworten. Es gibt eben ein „wildes Antirrhinum majus“ als etwas einheitliches gar nicht. Es gibt schon wild eine sehr große Menge von einander nahestehenden Sippen. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Sippen sind dabei z T. sehr beträchtlich. Was die Systematiker Antirrhinum majus L heißen, ist eine nicht weiter begründete Zusammenfassung einer gewissen Anzahl derartiger Sippen. Wieder andere Sippen aus diesem Verwandtschaftskreise sind ganz willkürlich mit eigenen Artnamen belegt und beschrieben worden. Es wird viel Mühe kosten, hier einigermaßen Ordnung in der Systematik zu schaffen. Eine ganze Anzahl solcher wilder Sippen habe ich bereits in Kultur. Dabei hat sich gezeigt, daß diese wirklich von einem natürlichen Standort stammenden Sippen alle in sich merkwürdig einheitlich sind, d. h. Individuen dieser Sippen, die aus „wilden“ Samen erzogen sind, gehen bei Selbstbefruchtung im allgemeinen stets eine völlig konstante Deszendenz. Das ist auffällig, weil alle diese Sippen, darunter auch manche als verschiedene „Spezies“ beschriebene, miteinander vollkommen fertil kreuzbar sind und spontan sofort sich kreuzen, wenn sie einander benachbart kultiviert werden. Z. B. habe ich eine sehr charakteristische wilde Sippe von A. majus aus Spanien in Kultur, die durch einen eigentümlichen ,,adszendens“-Wuchs, sehr starke Behaarung und ziemlich kleine Blüten, die ungefähr die Zeichnung von Fig. 26 Taf. x, aber a. g. haben, ausgezeichnet ist. Diese Sippe ist von vornherein völlig konstant gewesen, obwohl sie in Kultur nur durch Einbeutelung rein erhalten werden kann, wenn andere Sippen von A. majus in der Nähe wachsen. Die Pflanzen dieser Sippe sind nämlich ziemlich weitgehend selbststeril (was übrigens vielfach bei wilden Sippen von A. majus und ein wenig auch bei A. latifolium zu beobachten ist), sind also sehr zu Fremdkreuzung geneigt.
Daß trotzdem in der Natur diese Sippen sich rein halten, kann wohl vielfach nur auf räumliche Isolation der einzelnen Sippen zurückgeführt werden.
Im einzelnen die Verbreitung der verschiedenen wilden Sippen, ihr Verhalten an Stellen, wo mehrere Sippen zusammen Vorkommen, u- dgl. Fragen zu untersuchen, wäre eine sehr dankbare Aufgabe.