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Baur.
Ein gewisser Fortschritt in dieser Hinsicht wäre schon erzielt, wenn man wenigstens den Beweis bringen könnte, daß gerade die mendelnden Unterschiede zweier Sippen durch die Chromosomen übertragen würden. Dieser Beweis ist natürlich auch noch längst nicht erbracht, aber es ist doch immerhin eine sehr bemerkenswerte Tatsache, daß gerade zwei Merkmale, von denen wir mit aller Sicherheit sagen können, daß sie nicht mendeln, wohl sicher nicht durch den Kern vererbt werden. Sicher nicht nach den Spaltungsgesetzen vererbt sich die Weißbuntheit der Mirabilis Jalapa albomaculata und diese Weißbuntheit wird, wie Correns* 1) ausführt, sicher nicht durch den Kern, sondern durch das Plasma übertragen. Auf ein zweites Merkmal, das nicht durch den Kern, sondern sehr wahrscheinlich die Chromatophoren übertragen wird, nämlich die Farblosigkeit der Chromatophoren bei einer weißblätterigen Sippe von Pelargonium zonale habe ich selbst vor kurzem hingewiesen2). Wenn sich so weiterhin auch noch für andere Merkmale, die nicht mendeln, zeigen ließe, daß gerade sie auch nicht mit dem Kern, beziehungsweise dem Chromatin übertragen würden, so wäre damit meines Erachtens sehr viel gewonnen.
Dominanz Verhältnisse.
Wenn wir auf dem Boden der presence and absence-Theorie stehen bleiben, dann haben wir völlige Dominanz eines Faktors, wenn er
1)	Correns, C. Zur Kenntnis der Rolle von Kern und Plasma bei der Yer erbung. Zschr. i. Abst. u. Vererbungslehre 2 1909, S. 331.
2)	Baur E. Das Wesen und die Erblichkeitsverhältnisse der Varietates albo-marginatae hört, von Pelargonium zonale. Zschr. i. Abst. u. Vererbungslehre 1 1909, S. 330. Nach meiner Auffassung müssen wir nicht bloß, wie Correns es tut, dem ,,Sitze der Erblichkeit" nach zwei, sondern drei verschiedene Kategorien von Chromatophoreneigenschaften unterscheiden :
1.	mendelnde, die durch den Kern übertragen werden, z. B. das Aurea Merkmal bei Antirrhinum (Faktor H), und Pelargonium, das Chlorinamerkmal bei Antirrhinum (Faktor N), bei Pelargonium und Mirabilis Jalapa u. a.
2.	nicht mendelnde, die
a)	durch das „Plasma" also nur von der Mutter her übertragen werden (Mirabilis Jalapa albomaculata und eine entsprechende Weißbuntheit bei A ntirrhinum), und
b)	die durch die Chromatophoren übertragen werden und demgemäß in der von mir geschilderten eigentümlichen Weise mosaikartig vegetativ schon in der F. i-Pflanze aufspalten.
Ich gedenke auf alle diese Dinge später eingehend zurückzukommen, wenn eine Anzahl neu eingeleiteter Versuche abgeschlossen ist.