﻿Wie die Münchener Presse über die auf der Münchener Ausstellung von uns ausgestellten Psycho-technischen Apparate urteilt:
Die Maschine a!s Examinator.
Ein geordneter Verkehr erfordert richtig ausgewählte und sorgfältig geschulte Hilfskräfte. Ein ungenügend ausgebildeter Bediensteter bedeutet in den äußeren Betrieben eines Verkehrsunternehmens eine Gefahr für seine Mitmenschen; es braucht hier nur an Straßenbahn-, Kraftwagen- und Loko-motivführung erinnert zu werden.
Um von Anfang an eine möglichst richtige Auswahl des Personals zu gewährleisten, haben Reichsbahn, Reichspost und andere Institute einschließlich großer Industrieunternehmungen eine Reihe von psychotech-nischen Apparaten eingeführt, die den Anwärter auf seine geistige und körperliche Eignung selbsttätig prüfen. Die ersten Versuche in dieser Richtung wurden im Jahre 1919 gemacht. Seit 1922 ist das psychotechnische Verfahren obligatorisch. Eine Führung durch den technischen Sekretär der Reichsbahn, Herrn Happach, machte mit den hauptsächlichsten Apparaten, die auf der Deutschen Verkehrsausstellung zu sehen sind, bekannt.
Da ist zunächst in einem eigenen Raum der große Prüfapparat für Fahrer der Firma H.Pautze & Co., Berlin-Reinickendorf-Ost, Markstraße ■ 32. Er dient zur Geschicklichkeitsprüfung für Lokomotivführeranwärter. Der Prüfling bekommt Fahrhebel und Bremse in die Hand, ein kinemato-graphischer Apparat wird eingestellt und läßt seine Bilder über die langgestreckte Leinwand vor dem Führersitz rollen. Hierdurch scheint es, als ob der Fahrer, dem die Leinwandbilder entgegenrollen, sich selbst in voller Fahrt befinde. Die Bilder sind nun mit allen möglichen Hindernissen gespickt: Haltsignale, Straßenübergänge, fahrende Autos usw., die die Geistesgegenwart des Führers auf eine harte Probe stellen. Alle Fehler, die er macht, werden elektrisch gezählt. Und da jeder Prüfling genau dieselben Aufgaben bekommt, kann er sich nicht über die Launen seines Examinators beschweren. Nach Schluß der Ausstellung soll dieser Apparat in München Verwendung finden.
In einem Kasten stecken verschiedene Schlüssel, die in einer vorgeschriebenen Reihenfolge in andere Löcher umgesteckt werden müssen. Ist der letzte Schlüssel richtig gesteckt, so öffnet sich eine Klappe, die neue Aufträge enthält. Bei dieser Aufgabe wird natürlich die Zeit gewertet.
Für Lehrlinge sind Apparate konstruiert, die die Merkfähigkeit für Zahlen, technisches Verständnis, Augenmaß, Gefühl für Gewichtsunterschiede, Tastsinn für Härte, Glätte und Umriß der Formen einwandfrei erkennen lassen. Besonders wichtig ist die Prüfung der Geschicklichkeit der Hand. Hier müssen die Lehrlinge einen Draht nach einem vorliegenden Muster in kurzer Zeit biegen, gelochte Münzen über einen unregelmäßig-gebogenen Draht ziehen usw. Die Bahnwerkstätten richten sich bei der Auswahl der Lehrlinge nach den Prüfungsergebnissen des psychotechnischen Laboratoriums der Reichsbahndirektion München.
In kurzen Zeitabständen fallen aus einem anderen Apparat Münzen, die schnell in bestimmte Schlitze gesteckt werden müssen.
(Münchener Zeitung.)