﻿SPINDLER & HOYER G.m.b.H. GÖTTINGEN
Nr. 2. Chronometer d’Arsonval. Dieses Instrument wird durch eine Feder betrieben und zeigt Sekunden an. Die elektromagnetische Ein- und Ausschaltung des Zeigerwerkes ist dieselbe wie beim Hipp, jedoch ist der Apparat so eingerichtet, daß das Zeigerwerk nur dann geht, wenn der Strom geöffnet bez. ge-sdiwächt ist. Laufzeit 10 Minuten. Die Zeiger können stets in die Nullstellung gebracht werden, so dag die Zeiten direkt abgelesen werden können, nicht erst durch Subtraktion zu berechnen sind, wie beim Hipp.
Nr. 3. Chronoskop nach Ewald. Dasselbe benugt die momentanen Strom-schliegungen einer Stimmgabel von 100 Doppelschwingungen dazu, elektromagnetisch einen Zeiger bei jeder Schwingung um einen Teilstrich weiter zu bewegen. Der Zeiger kann nach jeder Ablesung in die Nullstellung gebracht werden.
Nr. 4. Vernier-Chronoskop nach Sanford. (Sanford „The Vernier-Chrono-skope“ Amer. Journ. of Psych. Vol. IX und „Improvements in the Vernier-Chronoskope“ ebenda Vol. XII). Dieses Chronoskop gestattet, Zeiten in ('so Sekunde (vergl. auch die Anrn.) zu messen. Vor den übrigen Chronoskopen hat es den Vorzug der Einfachheit und Billigkeit. Das zur Zeitmessung nötige Auszählen der Schwingungen ist allerdings umständlicher als das einfache Ablesen der Zeiten bei den Uhren. Besonders ist das Instrument bei Forschungsreisen zu empfehlen.
Das Prinzip des Apparates ist folgendes: Er besteht erstens aus 2 Pendeln, von welchen das eine etwas länger ist als das andere, und zweitens aus Vorriditungen, die gestatten, das längere Pendel am Beginn der zu messenden Zeit (in der Regel eine Reaktionszeit) loszulassen, das kürzere am Ende derselben. Die maximale Amplitude (feste Ausgangslage) beider Pendel ist dieselbe.
Bei Modell I und II ist die Pendellänge so zu regulieren, dag das längere Pendel eine Doppelschwingung in 0,80 Sekunden, das kürzere in 0,78 Sekunden ausführt, Wenn daher beide Pendel zu gleicher Zeit losgelassen werden, so wird bei jeder Schwingung des kürzeren, das längere Pendel um 0,02 = ‘/so Sekunde Zurückbleiben. Am Ende der 40. Schwingung des kürzeren Pendels wird das längere um 40 X‘/5o = 0,80 Sekunde zurückgeblieben sein, also um eine ganze Sdiwingung; das lieigt, es werden die 41. Schwingung des kürzeren und die 40. Schwingung des längeren Pendels wieder gleichzeitig beginnen (Koinzidenz). Wird ferner das kürzere Pendel z. B. um eine '/so Sekunden später losgelassen als das längere, so mug, wie aus dem Gesagten unmittelbar hervorgeht, am Ende der ersten Schwingung des kürzeren Pendels Koinzidenz eintreten. Wenn es nach 2, 3 ‘/eo Sekunden losgelassen wird, so werden analog am Ende der 2., 3. Schwingung die beiden Pendel koinzidieren. Will man daher umgekehrt wissen, um wieviel Sekunden das kürzere Pendel später losgelassen wurde,