﻿SPINDLER & HOYER G.m.b.H. GÖTTINGEN j
II. Apparate zur Untersuchung des Raumsinnes der Augen.
Nr. 49. Apparat für den Hering’schen Fallversuch. Der Beobachter blickt von 0 aus durch den Tubus T und den in seiner Höhe verstellbaren Spalt S in einen auf beiden Seiten offenen Kasten, dessen Hinterwand ein gleichmäßig grauer
Karton bildet. In den Kasten wird in beliebiger Entfernu g ein kleines Stativ mit einem weißen, vom Hintergrund sich deutlich abhebenden Knopf K aufgestellt. Man läßt nun, während K fixiert wird, durch die kleinen, je 1 cm von einander entfernten Löcher in der Decke des Kastens Perlen herabfallen und läßt den Beobachter jedesmal entscheiden, ob die Perle vor oder hinter dem fixierten Knopf gefallen sei. Daß man fallende Perlen anstatt ruhender Objekte verwendet, hat den Zweck, parallaktische Verschiebungen, wie sie bei Kopf- und Augenbewegungen entstehen würden, auszuschließen. Da ferner die Perlen verschieden groß sind, so bleibt als Kriterium der Tiefenentfernung der fallenden Perle vom fixierten Knopf bei monokularer Betrachtung nur der Grad der Verschwommenheit übrig, während bei binoku'arer Betrachtung die Querdisparation hinzukommt. Da nun bei binokularem Sehen das Urteil sicher und richtig, bei monokularem Sehen sehr unsicher und oft ganz unrichtig ist, so zeigt der Versuch in augenfälliger Weise die Bedeutung der Querdisparation für das Tiefensehen.
Nr. 50. Isoskop nach Donders (Archiv f. Ophthalmologie, Bd. 21, III, S. 104). Wenn man dem linken Auge zwei Fäden, dem rechten Auge einen vertikalen Faden
darbietet und sie so betrachtet, daß in binokularen Bilde der rechte Faden zwischen denen des linken Auges liegt, so werden die in Wirklichkeit paralle len Fäden im allgemeinen gegeneinander geneigt gesehen. Umgekehrt muß man die Fäden des einen Auges gegen den Faden des anderen Auges um einen bestimmten Winkel neigen, wenn alle 3 parallel erscheinen sollen. Diesen Winkel genau zu messen, seine Abhängigkeit von der Konvergenz, von der Neigung der Blickebene, von Konturen, die sich außerdem im Gesichtsfeld befinden usw. zu bestimmen, und die analogen Versuche bei horizontalen und schrägen Fäden anstellen zu können, dazu dient das Isoskop, und es zeichnet sich dadurch aus, daß sich die betreffenden Einstellungen sehr schnell und bequem ausführen lassen.
Ein vertikaler, massiver Holzrahmen R R trägt an seiner Vorderseite einen leichteren, beweglichen Rahmen. Die Leisten desselben sind um die Axcn 1, 2, 3, 4, die durch die Ecken des Rahmens gehen, drehbar, so daß sie ein Parallelogramm von beliebigem Seitenwinkel bilden können. Durch die Schrauben 5, 6 ist dieser Rahmen an dem zuerst genannten befestigt, und er wird um dieselben gedreht, indem man an den unten vorstehenden Stücken 7, 8 seiner seitlichen, vertikalen Leisten anfaßt. Der
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