﻿I	SPINDLER & HOYER G.m.b.H. GÖTTINGEN !
II
Das oben links zu sehende Bild zeigt den ganzen, sehr einfachen Apparat. Den Fug bilden zwei Drahtbügel, die gleichzeitig, wenn man sie unten zusammenbiegt, als Handhabe dienen. Die Grundplatte des Apparates trägt einerseits an 2 Drahtstäben den Schirm, in dessen Mitte die Verantlinse befestigt ist. Die Muschel vor der Linse ist in der Figur in der Lage dargestellt, wie sie für das linke Auge pagt; will man das rechte Auge benügen, so mug die Muschel um 180° gedreht werden. Rechts und links von der Linse sind Einkerbungen in den Schirm geschnitten, die für die Nase bestimmt sind. Andererseits trägt die Grundplatte den Rahmen zum Aufnehmen der Kopien; er ist an einer Schiene befestigt, die in einer Führung auf der Grundplatte gleitet; man kann dadurch das Bild von der Linse nähern und von ihr entfernen. Der in der Figur rechts hinten stehend gezeichnete Rahmen dient zum Aufnehmen von nicht aufgezogenen Kopien.
Wichtig ist es, den Apparat so horizontal bezw. geneigt zu halten, wie der photographische Apparat bei der Aufnahme gestanden hat; das unnatürliche „Stürzen“ von Linien, das man bei Aufnahmen mit nicht horizontal gehaltenen Apparaten ohne Verant beobachtet, fällt bei Benügung des legteren weg.
Der Verant hat nicht nur den praktischen Wert, dag er Bilder in richtiger Plastik erscheinen lägt, sondern auch psychologisches Interesse, da er besonders deutlich plastische Bilder liefert und dadurch zur Kenntnis der Faktoren, welche die Tiefenwahrnehmung vermitteln, beitragen dürfte.
Nr. 57. Doppelverant nach Gulîstrand=Rohr. (Siehe das oben rechts gezeichnete Bild.) Derselbe hat zwei Linsen für die 2 Augen; ihr Abstand ist variierbar, damit er dem Augenabstand angepagt werden kann (zur Bestimmung des legteren vgl. die Apparate Nr. 58 und namentlich 59). Damit die optischen Axen der Linsen bei verschiedenem Abstand der legteren stets auch durch dieselben Punkte der Kopien gehen, so ändert sich bei diesem Instrumente mit dem Linsenabstande gleichzeitig der der Kopien. Es ist daher für jede Kopie ein eigener Rahmen vorgesehen. Die kleinste Pupillendistanz, für die der Apparat eingerichtet ist, beträgt 54 mm. Da man dementsprechend auch die Kopien soweit einander nähern können mug, dag ihre korrespondierenden Punkte nur 54 mm voneinander entfernt sind, so kann jede Kopie nur höchstens 48 cm breit sein. Damit trogdem ein relativ groges Bild gesehen werden kann, wurde die Brennweite klein gewählt, nämlich 73 mm. Die Aufnahme mug daher auch mit Objektiven von ähnlicher Brennweite vorgenommen werden. Der Abstand der Objektive soll ungefähr 65 mm betragen; bei kleinerem Abstand tritt Verkleinerung des Vordergrundes ein, bei grögerem Vergrögerung desselben.
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