﻿SPINDLER & HOYER G.m.b.H. GÖTTINGEN
Der Apparat wird in einfacherer und komplizierterer Form hergestellt- Bei der einfacheren ist die eben erwähnte Axe a a weggelassen. Dafür ist der Bulbus im Ringe R um die optische Axe drehbar. Dies bringt den Vorteil mit sich, dag man feste Angriffspunkte für die Augenmuskel hat. Beim andern Modell ist dies nicht der Fall; denn bei jeder Drehung der Axe a’ aus ihrer horizontalen Lage heraus wird der Bulbus mitgedreht, es mügten also jedesmal andere Angriffspunkte gewählt werden. Hier aber kann man ihn um den gleichen Betrag in dem Ringe R zurückdrehen, er behält also seine Lage bei, ob er nun um eine horizontale, vertikale oder schräge Axe aus dieser Lage heraus gedreht werden soll.
Der ganze Apparat ruht auf einem Stativ, auf welchem er höher oder tiefer gestellt werden kann, damit man ihn der Augenhöhe des Beobachters, der durch den Axenkanal blicken will, anpassen kann.
Endlich wird er in einem grögeren und in einem kleineren Modell angefertigt; das erstere ist für Demonstrationen vor einem grögeren Auditorium berechnet.
No. 68. Apparat zur Demonstration der Lichtbrechung im Auge nach Hering. In der vorderen Wand eines oben offenen, mit trübem Wasser zu füllenden Bledikastens befindet sich ein sphärisch parallel geschliffenes Glas, welches die Hornhaut repräsentiert. Die hintere Wand wird durch eine Glasplatte gebildet, durch welche man das auf eine davorstehende mattgeschliffene Glasplatte (Neghaut) entworfene Bild betrachtet. Durch 3 verschieden groge Diaphragmen, welche dicht hinter dem erstgenannten Glase einzuschieben sind, kann der Einflug der Randstrahlen, die von der Pupillen-gröge abhängige Form der Zerstreuungskreise, ferner durch eingeschobene Glaslinsen die Wirksamkeit der Krystallinse demonstriert werden. In ein Stativ vor dem Kasten kann zur Demonstration der Wirkung von Brillen eine Sammel- oder eine Zerstreuungslinse eingeseßt werden, ebenso eine duicblochte Hartgummiplatte zur Demonstration des Scheiner’schen Versudies. Durch einen verstellbaren Spiegel wird Sonnen- oder Lampenlicht in den Kasten geworfen.
Der Apparat kann auch zur Demonstration des Augenspiegels und des Augen-leuchtens verwendet werden Man erseßt in diesem Falle die mattgeschliffene Glasplatte durch die beigefügte, mit einer Schrift versehene Messingplatte, deckt den Kasten mit der ebenfalls beigefügten Eisenplatte zu und betraditet die Schrift durch Linsen, welche in das Stativ eingeschoben werden.
Nr. 69 Distanzvariator nach Chaym. Der Apparat gestattet, die Distanzen von zwei oder drei Punkten, Strichen etc. beliebig zu variieren und ist daher verwendbar zur Untersuchung unserer Fähigkeit, räumliche Distanzen miteinander zu vergleichen. Vor anderen, einfacheren Modellen, welche demselben Zwecke dienen, hat dieser Apparat den Vorzug, dag man jeden der drei Punkte unabhängig von den beiden anderen verschieben kann, so dag nicht blog mit der Vergleichsdistanz, sondern auch mit der Hauptdistanz von Versuch zu Versuch gewechselt werden kann.
Drei in Blechrahmen gefaßte Spiegelglasplatten von rechteckiger Form sind unmittelbar hintereinander verschiebbar. Ihr mittlerer Abstand beträgt 2 mm. ln der Mitte jeder Platte ist ein schmaler Streifen von schwarzem Tuchpapier aufgeklebt. 1 mm vor der vordersten Platte ist ein weiger, quadratischer Schirm von 25 cm Seitenlange aus ölgetränktem Pauspapier ausgespannt. Stellt man nun hinter dem Apparat eine kräftige Lampe (Projektionslampe) auf, so bilden sich von den erwähnten drei Streifen auf dem Schirm scharfe, vollkommen gleiche Schatten. Natürlich muß die Lampe in genügender Entfernung aufgestellt werden; damit ferner die Konturen der Lichtquelle durch den Schirm nicht sichtbar sind, seßt man vor dieselbe Rauchgläser, durch die man zugleich die Intensität des Lichtes regulieren kann.
Die drei Striche, die auch durch Punkte oder andere Objekte erseßt werden können, werden mit den Glasplatten gegeneinander verschoben, indem man an Stäben anfagt, die rechts unten an die Rahmen angeseßt sind. Diese Stäbe sind mit einer Millimeter-Skala von 20 cm Länge versehen; ein feststehender Nonius für jeden Stab
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