﻿SP1NDLER & HOYER G.m.b.H. GÖTTINGEN
Nr. 95. Vierfacher Kreisel für Hand= oder l'lotorbetrieb, namentlich zu Demonstrationen geeignet. Hinter den Kreiseln ist ein Tuch von mittlerem Grau gespannt.
Nr. 96. Variationskreisel nach Musil. Dieser Kreisel dient demselben Zweck wie der bekannte Kreisel nach Marbe: das Verhältnis der Sektoren während der Rotation variieren zu können. Er unterscheidet sich jedoch von diesem dadurch,
Schema I
dag man das Sektorenverhältnis auch während der Rotation mit vollständiger Genauigkeit ablesen kann, was bei dem Marbe’schen Instrument infolge der nidit ganz konstanten Länge der Darmsaite nicht möglich ist. Das Prinzip des Musil’sehen Apparates ist von dem des Marbe’schen ganz verschieden.
Auf einem sehr stabilen gugeisernen Sockel erheben sich 3 ebenfalls gugeiserne Böcke B, B2 Bs (siehe das Schema I). Der mittlere sigt auf einem Schlitten, der in einer Schwalbensehwanzfiihrung sehr exakt vorwärts und rückwärts gleitet; die beiden anderen Böcke sind fest. Durch Bohrungen an den oberen Enden aller 3 Böcke geht zunächst die Axe a a, an deren hinterem Ende eine Rolle sigt, für die Schnur des Motors bestimmt, der den Kreisel treiben soll. Über diese Axe sind 2 Hülsen gesteckt. Die eine Hülse b b sigt an dem mittleren Bock und verschiebt sich, wie aus dem Schema I verständlich ist, mit diesem nadi vorne und hinten. Sie dreht sich bei der Rotation der erstgenannten Axe mit dieser stets mit, indem ein an ihr befestigter Stift in eine entsprechende Einkerbung der Axe eingreift. Schema II zeigt dies vergrögert im Querschnitt. Damit aber gleichzeitig die Hülse mit dem Bock längs der Axe nach vorne und hinten verschoben werden kann, besteht die Einkerbung in einer längeren Furche, wie sie in Schema I angedeutet ist. Über die Axe a ist weiter die Hülse c geschoben; sie kann nicht nach vorne und hinten bewegt werdrn, da sie an dem festen Bock B3 sigt. Sie trägt ein ziemlich steiles Gewinde, in welches die Backen 8 ß ein-greifen, die im Innern an der Röhre b b sigen. Durch dieselben wird diese Hülse von der Hülse b bei der Rotation mitgerissen. Verschiebt man nun den mittleren Bock nach vorne, so mug, da sich die Backen nicht geradlinig, sondern nur in Schraubenwindungen in den Furchen der Spindel c nach vorne bewegen können, gleichzeitig die Hülse b und mit ihr die Axe a um c gedreht werden, oder es dreht sich umgekehrt c gegen a und b. Diese Verschiebung gegeneinander tritt natürlich ebensogut bei rotierender, wie bei ruhender Axe ein. Es kann also während der Rotation die Hülse c um die Axe a gedreht werden. Da nun an ihnen vorne die beiden Kreiselscheiben befestigt sind, sd kann auch deren Sektorenverhältnis während der Rotation variiert werden.
Jeder Gröge des einen von den Scheiben gebildeten Sektors entspricht eine bestimmte Stellung des mittleren Bockes in seiner Führung. Dieselbe kann durch 2 Skalen abgelesen werden: zunächst an der Millimetereinteilung, die an einer der
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