﻿SPINDLER & HOYER G.m.b.H. GÖTTINGEN
Neben diesen typischen Gleichungen, für die der Apparat speziell eingerichtet ist, lassen sich natürlich noch eine Reihe anderer wichtiger Gleichungen herstellen (z. B. grün grau usw.).
Nr. 119. Anomaloskop nach Nagel, Modell I. (Zwei Apparate für die augen-ärztl. Funktionsprütung, Zeitschr. f. Augenheilkunde, Bd. 17, H. 3.) Dieses Instrument soll einem praktischen Zwecke dienen, nämlich zur schnellen Entscheidung, ob der zu Untersuchende normalen Farbensinn hat, oder ob er nadi der Terminologie der Helm-holg-Schule — ein Rot- oder Grünblinder (Dichromat, Protanop oder Deuteranop) oder ob er ein Rot- oder Grünanomaler (Trichromat) ist. In der Tat dürften diese 5 Typen die am häufigsten vorkommenden sein.
Das Anomaloskop ist ein Spektralfarbenmischapparat, der jedoch speziell für die Herstellung der Lithium-Thallium-Natrium-Gleichung eingerichtet ist. Als Lichtquelle dient eine Nernstlampe in Blechgehäuse mit Vorgesetzter Milchglasplatte; es ist am besten, wenn sie mit dem Apparat auf einer Grundplatte montiert ist. Zur Zerlegung des Lichtes dient eine geradsichtige Prismenkombination; Kollimator und Beobachtungsrohr liegen daher in einer Geraden. Sie sind nicht drehbar; Lichter verschiedener Wellenlänge werden durch Verschieben der Kollimatorspalte und ebenso die Mischlichter durch zwei in entsprediender Entfernung nebeneinander liegende Spalte erzeugt. Die ganze Spaltvorrichtung besteht aus einem oberen einfachen und
einem unteren doppelten Spalt. Der erstere erzeugt, wie das Schema zeigt, ein einfaches Spektrum, aus welchem der Okularspalt ein bestimmtes, annähernd homogenes Licht herausgreift. Verschiebt man ihn z. B. in der Richtung des Pfeiles, so verschiebt sich das Spektrum in entgegengesetzter Richtung und durch den Okularspalt wird ein anderes homogenes Licht sichtbar In analoger Weise erzeugen die durch den unteren doppelten Spalt eintretenden Lichter zwei Spektren, die gegeneinander verschoben sind, und durch den Okularspalt treten zwei verschiedene homogene Lichter aus, die im Auge eine Mischfarbe erzeugen. Die Strahlen des einfachen und des Doppelspaltes werden durch ein im Okularrohr liegendes Zwillingsprisma so auseinander gehalten, dag die Öffnung des Okularspaltes zur einen Hälfte mit dem einfachen, zur anderen mit dem Mischlichte erfüllt erscheint, und dag beide Halbscheiben durch eine scharfe Kante getrennt sind. Diese Öffnung wird durch ein vorgeschobenes Okular betrachtet, wodurch sie in deutlicher Sehweite u. zw. unter dem Winkel von 2° erscheint, so dag sie sich ganz auf der fovea abbildet.
Um nun die Li-Tl-Na-Gleichung hei zustellen, wird der obere einfache Spalt auf Na eingestellt; seine Intensität kann durch Änderung der Spaltbreite variiert werden, der Spalt ist zu diesem Zwecke bilateral verschiebbar eingerichtet. Der untere Doppelspalt ist so konstruiert, dag seine beiden Spalte stets dieselbe Entfernung haben, und zwar eine solche Entfernung, dag, wenn der eine Spalt auf Lithium eingestellt ist, der andere Thallium liefert. Wohl aber ist das Verhältnis der beiden Spaltbreiten und damit auch das der Intensitäten der Mischlichter beliebig variierbar. Die äugeren
Kanten a ß’ sind nämlich von feststehenden Teilen gebildet, während die beiden inneren a’ ß von einer verschiebbaren Platte gebildet werden. Verschiebt man diese, so wird der eine Spalt auf Kosten des anderen vergrögert; man kann auch einen Spalt ganz schliegen.
Durch diese Spalteinrichtungen lassen sich in der Tat für die erwähnten 4 Typen charakteristische
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