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V. Apparate zur Untersuchung der Haut> u. der Kinaesthetischen Empfindungen,
Vorbemerkung über Aesthesiometer.
Der Ausdruck „Aesthesiometer“ ist — ähnlich wie der Ausdruck „Aesthetik“ — in willkürlicher Weise spezialisiert worden, indem man ihn beschränkt hat auf Instrumente, die zur Bestimmung der Empfindlichkeit für Druckreize auf die Haut dienen. Je nachdem es sich um Bestimmung von Intensitätsschwellen handelt, wo nur ein Hautpunkt gereizt wird, oder von Raumsdiwellen bezw. um Schägung oder Vergleichung von überschwelligen Distanzen, wo jedesmal zwei Punkte berührt werden, sind die Instrumente im Folgenden als einfache oder als Doppel-Aesthesiometer bezeichnet. Ferner werden verschiedene Druckintensitäten, sofern sie nicht durch freie Hand bestimmt werden, bei den im folgenden ausgeführten Instrumenten auf 3 Wegen erzeugt: durch verschiedene Längen eines Haares, durch verschiedene Spannung einer Feder oder endlich durch verschieden schwere Gewichte. Dementsprechend sind die Ausdrücke Haar-Aesthesiometer, Feder-Aesthesiometer und Gewichts-Aesthesiometer gewählt.
Nr. 183. Einfaches Haar-Aesthesiometer nach v. Frey. (Untersuchungen über die Sinnesfunktionen der menschlichen Haut. Erste Abhandlung: Druckempfindung und Schmerz, Abhandlungen d. math. phys. Klasse der Kgl. Sachs. Ges. d. Wiss, Bd. XXIII. S. 214 f.). Das Instrument dient dazu, die Intensitätsschwelle für Druckreize der Haut, d. h. jene minimale Druckstärke zu bestimmen, bei welcher eben noch oder eben sdion ein Druck gespürt wird. Eine exakte Regulierung und Variierung der Geschwindigkeit mit der der Reiz einsegt, sowie der Gröge der berührenden Fläche erlaubt das Instrument nicht. Es soll nur ein möglichst einfadier und handlicher Apparat sein zur schnellen Orientierung über die Druckempfindlichkeit, wie er zu klinischen Zwecken nötig ist. Aber auch für die Demonstration wird es sich aus denselben Gründen sehr eignen.
In einer ca. 5 cm langen äugeren Hülse H gleitet mit etwas Reibung der Stab S, der der Länge nach mit einer sehr feinen Bohrung versehen ist. In diese Bohrung pagt genau der dünne Draht D, welcher mit dem einen Ende an der äugeren Hülse H befestigt ist, während er an dem anderen, freien Ende ein Pferdehaar trägt, das durch die Bohrung des Stabes S hindurchgeht. Je nachdem man diesen Stab mehr oder weniger in die äugere Hülse hineinschiebt, ragt das Haar verschieden weit über ihn hinaus. Nach der Länge des vorragenden Stückes des Haares bestimmt sich aber der Widerstand, den dasselbe der Durchbiegung beim Niederdrücken auf die Haut entgegensegt: darauf beruht eben das Prinzip des Apparates. Jeder Länge des Haares, somit auch jeder Stellung des Stabes S und jedem Teilstrich an der Skala, die in diesen eingerigt ist, entspricht eine genau bestimmte Stärke des Druckes. Da das Haar ebenso wie die Hülse etwa 5 cm lang ist, so lassen sich sehr verschiedene Reizintensitäten herstellen, von den leisesten, meist unter schwelligen Intensitäten bei langem Haar, bis zu den kräftigen und schon schmerzenden Reizen bei nur wenig vorstehender Borste. Die extremen Intensitäten verhalten sich etwa wie 1 : 50.
Es sind noch einige Bemerkungen hinzuzufügen. Bei gleich langem, aber verschieden gebogenem Haare ist der ausgeübte Druck nicht ganz gleich. Der maximale Druck wird nahezu erreicht, ehe noch eine merkliche Biegung eintritt; bei Durchbiegung steigert sich der Druck noch
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