﻿SPINDLER & HOYER G.m.b.H. GÖTTINGEN
Will man Versuche mit Simultanschwelle anstellen, so werden die 2 rechtwinklig umgebogenen Hebel, auf welche die Exzenter wirken, miteinander verkuppelt, so dag man mit einem Exzenter beide Gewidite gleichzeitig heben und senken kann. Damit jedoch die Spigen auch gleichzeitig die Haut berühren, müssen sie so eingestellt werden, dag sie sdion vor der Berührung gleiche Entfernung von der Haut besigen. Dies erreidit man dadurdi, dag man sie auf den Stäbchen s, ein wenig hinauf bezw. hinunterschraubt. — Natürlich kann man mit diesem Aesthesiometer auch bei Simultanschwelle die Geschwindigkeit der Berührung exakt regulieren und variieren, wie es v. Frey bei der Schwellenwage tut.
Der Apparat ist horizontal an einem Stativ zu befestigen. Es wird zu diesem Zwecke eine an den Tisch zu klemmende Zwinge mit einem verschieden hoch einzustellenden vertikalen Stab beigegeben und eine Doppclmuffe, um daran den Stab St des Instrumentes zu befestigen.
Nr. 187. Einfaches Qewichtsaesthesiometer nach Rupp. Das Instrument dient dazu, einen einzigen (überschwelligen) Drudereiz von variierbarer und meg-barer Stärke zu erzeugen. Man kann also den Einflug der Druckstärke auf die Lokalisation eines Punktes und auch aut die Successivsehwelle bestimmen; nur mug in dem legteren Falle die Reihe der Punkte, die man reizen will, vorher auf der Haut bezeichnet werden.
Prinzip und Konstruktion sind genau wie beim vorigen Apparat. Man denke sidr einen Schieber herausgenommen und mit einem Holzgriff versehen, so erhält man im wesentlichen das Aussehen des Instrumentchens.
Nr. 188. Elektroden zur elektrischen Hautreizung, in Gröge und Form nach Wunsch.
Nr. 189. Wärmetaster nach Miescher. Derselbe dient dazu, Tastreize von beliebiger und genau bestimmbarer Temperatur zu applizieren. Ein nach unten konisch zulaufendes, mit einem schlecht wärmeleitenden Futteral überzogenes Neusilberröhrchen von 45 mm Länge ist durch eine Scheidewand in 2 Längshälften geteilt, die nur ganz nahe an der durch ein dünnes Metallplättchen von 1 mm Durchmesser verschlossenen Spige kommunizieren. An die eine Längshälfte segt sich ein Zuflug-, an die andere ein Abflugröhrchen an. Der Einströmungsweg erweitert sich zu einer kleinen Metallkapsel, in welcher die Kugel eines feinen Thermometers eingepagt ist. Bei einem Wasserstrom von 15 ccm pro Min. und einer um 27—30° C. höheren Temperatur als die der Zimmerluft zeigt das Thermometer die Temperatur der Spige auf ca. ‘/io0 genau an. Das Wasser mug klar filtriert und frei von kohlensaurem Kalk sein. Das Instrument wird schräg aufgesegt wie ein Bleistift, weshalb auch die Spige etwas abgeschrägt ist.
Nr. 190. Bewegungsmesser nach Goldscheider. (Gesammelte Abhandlungen Bd. II S. 288 und Berliner klin. Wochenschrift 1890, Nr. 14.) Der Apparat dient dazu, unsere Empfindlichkeit für Bewegungen der Körperteile gegeneinander zu prüfen, vor allem um Bewegungsschwellen, sowohl für aktive wie für passive Bewegungen zu bestimmen. Für seine Konstruktion war der Gedanke maggebend, dag er für klinische Zwecke geeignet sein soll, also zur schnellen Orientierung darüber,
ob der Patient normale oder abnorme Empfindlichkeit besigt. Daher ist der Apparat so konstruiert, dag seine Handhabung sehr einfach ist, und dag er keine langen Vorbereitungen und keine Nebenapparate erfordert.
Die Holzschiene s wird mit seiner unteren Fläche, die mit Leder überzogen ist, auf das zu bewegende Glied, z. B. auf den Unterarm aufgelegt und, wie die Figur zeigt, mit den Händen an denselben angedrückt, so dag es gut anliegt.

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