﻿SPINDLER & HOYER G.m.b.H. GÖTTINGEN
Oben an der Schiene ist, quer zu ihr, also senkrecht zur Zeichenebene, ein Stück mittels einer Schraube befestigt, welches verstellbar ist und so weit über den Arm vorragen mug, dag der Sektor mit dem Pendel, den es trägt, freien Spielraum gewinnt. Der Sektor ist an dem Querstück nicht starr befestigt, sondern kann mit Reibung in zweifacher Weise gedreht werden: erstens um das Querstück als Axe, also in seiner eigenen (und in der Zeichen-) Ebene, zweitens um seine Symmetrieaxe, die durch den Nullpunkt der Teilung geht und in der Figur fast senkrecht liegt. Das Pendel stellt sich durch seine Schwere vertikal. Damit es, ehe es zur Ruhe kommt, nicht lange hin- und herschwingt, gleitet es mit einem kleinen Röllchen an der unteren, gebogenen Leiste des Sektors. Zur bequemen Ablesung des Teilstriches der Gradteilung, auf den sich das Pendel einstellt, ist es mit einem Rähmchen versehen, in dessen Mitte vertikal ein dünner Draht ausgespannt ist. Der Teilstrich, welchen der Draht deckt, ist für die Ablesung maggebend. Man kann leicht bis auf halbe Grade ablesen, da jeder Gradstrich vom nächsten 2 mm entfernt ist.
Man stellt den Sektor durch Drehen um das Querstück so ein, dag das Pendel bei der gewählten Ausgangslage des Gliedes auf 0 zeigt. Wird nun das Glied aus dieser Lage heraus gedreht, so bewegt sich um genau denselben Winkel auch die an ihm fest anliegende Schiene und mit dieser der Sektor, während das Pendel infolge seiner Schwere in vertikaler Lage verharrt. Der neue Teilstrich, vor welchen das Pendel dabei zu stehen kommt, gibt dann, wie eine einfache Überlegung zeigt, den Winkel der ausgeführten Drehung an.
Die Ausgangslage des Gliedes braucht keine horizontale zu sein. Nur mug, wenigstens bei starker Neigung, der Sektor in solche Lage gebracht werden, dag er wieder vertikal nach unten steht und das Pendel bei 0 einspielt. Stets aber müssen der Sektor und das Pendel in einer vertikalen Ebene liegen.
Wenn man nicht, wie bisher stillschweigend angenommen wurde, die Schwelle für die Beugung und Streckung untersuchen will, sondern die für die Drehung z. B. des Armes um seine Längsaxe, so tritt die zweite der obenerwähnten Bewegungsfreiheiten des Sektors in Kraft; er wird um seine eigene Symmetrieaxe um 90® gedreht, so dag er senkrecht zum Arm und senkrecht zur Zeichenebene steht.
Zuweilen stören aktive Muskelspannungen beim Halten des Gliedes den Versuch. Das einfachste Mittel dagegen ist es, wenn der Versuchsleiter das zu bewegende Glied selbst festhält. Eventuell müssen die proximal gelegenen Teile fixiert werden. Die Fixierung und Bewegung soll so geschehen, dag Hautempfindungen bei der Bewegung möglichst vermieden werden. Übrigens betont Goldscheider, dag seine „Patienten ausnahmslos sehr schnell die Bewegung von den übrigen Sensationen unterscheiden“ lernten.
Nr. 191. Fechner’sche Gewichte. (Elemente der Psychophysik 1, S. 96 f. Revision der Hauptpunkte der Psychophysik S. 359, ferner G. E. Müller u. F. Schumann, Über die Vergleichung gehobener Gewichte, Pflüg. Arch. Bd. 45, S. 37 f.) Sie dienen zur Untersuchung unserer Unterschiedsempfindlichkeit für aktiv gehobene Gewichte. Form und Ausführung sind genau dieselben wie bei den ursprünglichen, von Fechner selbst be-nügten Gewichten.
In das einfache Gestelle, dessen Form aus der Figur ersichtlich ist, werden zunächst unten groge, den ganzen Boden deckende Gewichtsplatten eingelegt. Darüber wird eine Blechplatte mit einem Aufsag