﻿SPINDLER & HOYER G.m.b.H. GÖTTINGEN
zahl der von einem bestimmten Momente an vorbeigezogenen Felder angeben. Der Versuchsleiter ist dadurch der unbequemen Arbeit des Zählens enthoben; er liest einfach am Schlüsse, wenn die Versuchsperson die Reihe erlernt hat, die Zahl der hierzu gebrauchten Wiederholungen am Tourenzähler ab. Solche Zählvorrichtungen werden auf Wunsch auch an den Apparaten angebracht.
e)	Eine wohl unentbehrliche Forderung für einen Gedächtnisapparat ist es, dag er für verschieden lange Reihen verwendbar sei. Die 12silbigen Reihen dürften zwar am häufigsten angewendet werden, namentlich da solche Reihen jeßt gedruckt zu kaufen sind (vgl. Nr. 222). Allein bisweilen wird man aus verschiedenen Gründen zu 8-, 10- oder auch zu 16-, 20-, 24-silbigen Reihen greifen. Selten wird man bei Gedächtnisversuchen nodi längere Reihen benötigen. Wohl aber braucht man solche bei Reaktions- und tachistoskopischen Versuchen, wenn man eine längere Reihe von Reizwörtern hintereinander geben will. Hierzu lassen sich nämlich die Gedächtnisapparate ebenfalls verwenden, wie wir weiter unten sehen werden. — Für verschieden lange Reihen werden entweder Trommeln von verschieden großem Umfange benüßt, oder es wird die Schleife weiter oder kürzer genommen. Auf den ersten Blick erscheint die Schleife zweifellos als das Einfachere, da man für alle verschiedenen Längen nur 2 Trommeln benötigt. Allein sie bringt unter Umständen Schwierigkeiten mit sich. Zunächst muß sie sehr sorgfältig geklebt werden, so daß sie überall gleich weit ist, sonst würde sie sich längs der Trommel verschieben und leicht reißen (vgl. auch Nr. 23, S. 17). Aus dem gleichen Grunde müssen die 2 Walzen, über welche die Schleife gespannt ist, genau parallel sein. Vor allem aber muß die Einrichtung so getroffen sein, daß die Schleife von der Trommel genau mitgenommen wird; denn würde sie einmal Zurückbleiben, so würden die Silben nicht mehr in der Mitte des Gesichtsfeldes erscheinen. — Wenn nun die Geschwindigkeit eine gleichmäßige ist, wie bei den Apparaten 210, 211 und 216, so hat dies keine Schwierigkeit. — Anders aber ist es bei Ruckbewegung (vgl. Punkt g). Hier müssen eigene Mittel angewendet werden, um ein Zurückbleiben zu verhindern. Man wird zunächst daran denken, die Schleife stärker zu spannen. Allein erstens wird dadurch leicht dem Motor zuviel zugemutet; zweitens und hauptsächlich wäre es dann erforderlich, bei jeder neuen Schleife, die man aufzieht, sich zu überzeugen, ob die Spannung genau dieselbe geblieben ist, da sonst die Geschwindigkeit der Rotation sich ändern würde. Dieser Schwierigkeit entgeht man, wenn man die Schleife frei hängen läßt und sie durch das Gewicht der unteren Walze spannt. So bleibt die Spannung dieselbe, auch wenn die eine Schleife ein Minimum länger sein sollte. Doch bleibt es fraglich, ob der Streifen dabei genau mitgenommen wird. Man hat vielmehr andere Wege eingeschlagen, um dies zu erreichen. Beim Apparat 213 drückt ein Doppelröllchen das Papier an die Trommel an; der Druck wird durch eine Feder ausgeübt; er ist variierbar, bleibt aber, solange man an der Einstellung nichts ändert, konstant. Beim Apparat 214 ist die Trommel 6-kantig und die Schleife zwischen je 2 Silben geknickt. Die Kanten legen sich in die Knicke hinein und nehmen so den Streifen mit. Endlich ist bei dem in Anm. 2 zu 213 erwähnten Apparat die Trommel mit Stiften versehen, die in entsprechende Löcher der Streifen eingreifen und so diesen notwendig mitziehen. Diese 2 leßteren Mittel bringen freilich den Nachteil mit sich, daß man sich der Mühe unterziehen muß, die Streifen zu knicken bezw. zu durchlochen.
f)	Da häufig mehrere Silbenreihen unmittelbar hintereinander gelernt werden sollen, so muß das Auswechseln derselben schnell vonstatten gehen. In dieser Hinsicht ist zunächst zu bemerken, daß die Trommeln so lang, und daher die Streifen so breit sind, daß mindestens 2 einsilbige Reihen nebeneinander aufgeschrieben werden können. Will man also zu einer neuen Reihe übergehen, so braucht bloß der Schirm mit der rechteckigen Öffnung, durch welchen man auf die Silben blickt, nach rechts oder links verschoben zu werden, je nachdem nämlich die neu zu lernende Reihe rechts oder links von der früheren auf dem Streifen aufgeschrieben ist. Indessen benötigt man diesen Plaß auf dem Streifen häufig für Trefferversuche (vgl. Punkt i) ;
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