﻿SP1NDLER & HOYER G.m.b.H. GÖTTINGEN
ferner wird man bisweilen auch mehr z. B. 6 Reihen unmittelbar hintereinander lernen lassen wollen. Es muß daher unter allen Umständen auch dafür gesorgt sein, daß sich die Streifen schnell auswechseln lassen. Am besten ist in dieser Hinsicht der Lipmann’sdie Apparat (214) eingerichtet; bei ihm sind 2 Schleifen nebeneinander angeordnet; während die eine benügt wird, kann auf der andern ein neuer Streifen aufgespannt werden. Aber auch bei den andern Apparaten erfordert das Auswechseln bei einiger Geschicklichkeit nicht mehr Zeit als etwa l/4 bis 1 Minute. Soviel Zeit wird man der Versuchsperson schon wegen der starken Perseveration und wegen der rückwirkenden Hemmungen gönnen müssen, so dag von einer Störung durch die Vorbereitungen zur neuen Reihe nicht die Rede sein kann.
g)	Die Forderung, die wohl das meiste Nachdenken verursacht hat, ist die der Ruckbewegung. Die Silben sollen nicht mit gleichmäßiger Geschwindigkeit vorbeiziehen, sondern jede Silbe soll plöglich ins Feld springen, daselbst einige Momente ruhig stehen bleiben und dann ebenso schnell der nächsten Silbe Plag machen. Das andauernde gleichförmige Vorbeiziehen ruft nämlich manchmal Bewegungsnachbilder und Sehwindeierscheinungen hervor, ähnlich wie man sie beobachtet, wenn man von einer Brücke aus länger auf das fließende Wasser hinabsieht. Verdienen somit die Apparate mit Ruckbewegung, ceteris paribus, zweifellos den Vorzug, so ist andererseits die Forderung doch nicht eine unumgänglich notwendige. Man vergesse nicht, daß viele und gerade grundlegende Versuche mit Apparaten ohne Ruckbewegung ausgeführt worden sind. — Um nun diese Ruckbewegung zu erzielen, sind eine Reihe verschiedener Prinzipien angewendet worden. Sie sind in den Beschreibungen genau angeführt und gegeneinander abgewogen.
Mit der Erzeugung der Ruckbewegung war es jedoch nicht abgetan. Es ergaben sich vielmehr durch sie neue Forderungen. Die Silbe sollte nach dem Ruck möglichst plöglich zum Stehen kommen; es lag aber die Gefahr nahe, daß die Trommel infolge ihres Schwunges über die Endlage hinausschnellt. Andererseits, wenn sie plöglich aufgehalten wurde, gab es leicht ein Zittern, ehe sie ganz ruhig stand. Beides mußte nach Möglichkeit vermieden werden. Endlich entstand durch das plög-liche Ingangsegen und Aufhalten ein nicht unbedeutendes Geräusch. Somit erhob sich die neue und schwierige Aufgabe, dieses zu beseitigen oder wenigstens zu schwädien. Der einfachste Weg hierzu ist es, die bewegte Masse möglichst klein und leicht zu machen; damit allein kommt man aber nicht immer aus, es müssen noch Dämpfungsvorrichtungen usw. hinzutreten. Das Nähere hierüber mag aus den Beschreibungen ersehen werden. Was die Forderung der Geräuschlosigkeit selbst betrifft, so muß betont werden, daß keineswegs alle Fachmänner von der Wichtigkeit derselben überzeugt sind. In der Tat, es ist eine gewisse Markierung schon durch die optische Bewegung der Silbe gegeben. Was sollte es schaden, wenn hierzu die weitere (akustisdie) Markierung durch die Geräusche kommt? Es müßte denn sein, daß man die Wirkung der Markierungen verschiedener Sinne auf die Aufmerksamkeit prüfen wollte. Auf den Sinnestypus beim Lernen und Behalten wird diese Markierung kaum einen Einflug haben. Wohl aber kann in einer anderen Hinsicht das Geräusch tatsächlich als Störung empfunden werden, in dem Falle nämlich, wenn das Aussprechen der Silben mit dem Ertönen der Ruckgeräusche nicht zeitlich zusammenfällt. Die Versuchspersonen stellen sich daher häufig von selbst so ein, daß sie die Silbe erst aussprechen, wenn das Geräusch des nächsten Ruckes kommt. Hierdurch aber ist eine gewisse Einseitigkeit, freilich auch eine gewisse Konformität der Versuche gegeben.
h)	Von großem praktischem Wert ist es, sich über die Größe des Gesichtsfeldes zu einigen. Das Anfertigen der Reihen kostet sehr viel Mühe, und man wird daher froh sein, wenn man die einmal angefertigten Reihen auch für andere Apparate verwenden kann; ebenso ist der Druck von Silbenreihen sehr kostspielig und es wäre sicher nicht rentabel, für jeden Apparat neue Reihen drucken zu lassen. Daher werden wenigstens die neueren Modelle meistens nur für folgende 3 Feldgrößen gebaut (sofern nicht ausdrücklich anderes gewünscht wird): 30X13, 45X20, 70X30 mm.
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