﻿; SPINDLER & HOYER G.m.b.H. GÖTTINGEN
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A n m. II. Bei den Apparaten 212 und 213 ist das Metronom, also das Pendel zur Regulierung der Zeitintervalle zwischen den Rucken benugt, aber in der Weise, dag das Pendel erst Kontakte schließt und der durch dieselben fliegende Strom elektromagnetisch die Ruckbewegung im Gedächtnisapparat auslöst. Es liegt nun der Gedanke nahe, ob man diesen Umweg nicht vermeiden und durch die Pendelbewegung direkt die Ruckbewegung auslösen könnte. In der Tat wurden solche Konstruktionen versucht, und dabei dieselben 2 speziellen Wege eingeschlagen, durch die sich der Ranschburg und der Wirth-Apparat unterscheiden. Die dem ersten Apparat entsprechende Konstruktion wurde vom Mechaniker Marx gemacht, das Modell bis jegt jedoch noch nicht durchgeführt. Ein Pendel wird in ähnlicher Weise wie bei der Pendeluhr in regelmäßigen Gang versegt und erteilt bei jeder Schwingung der Trommel des Gedächtnisapparates einen Stoß. Die zweite Konstruktion rührt von Rupp her. Da bei der Pendeluhr das Zahnrad selbst ruckweise sich bewegt, so versuchte Rupp, ob sich diese Ruckbewegung nicht gleichzeitig für die Gedächtnistrommel benugen lägt. Der ganze Apparat würde dann weitaus der einfachste von allen bisher gebauten Gedächtnisapparaten sein, keinen Strom, keine Nebenapparate, kein kostspieliges Uhrwerk benötigen. Es ergab sich jedoch bei der Durchführung vor allem eine Schwierigkeit: das Pendel hat, wie bei der Uhr so auch hier, nicht bloß die R» ckbewegung des Zahnrades zeitlich zu regulieren» sondern es muß andererseits durch das Zahnrad einen Antrieb erhalten. Dies suchte Rupp in der Weise zu erreichen, dag er die Spigen des Ankers abrunden ließ, wie das Schema zeigt, während die übrige Kante, auf welcher die Zähne gleiten, genau konzentrisch zum Drehpunkt des Pendels geschnitten wurde. Solange die Zähne auf diesem konzentrischen Bogen gleiten, kann sich das Zahnrad nicht drehen, die Trommel mit den Silben bleibt also ganz ruhig, das Pendel erfährt aber auch keinen Antrieb. Wenn hingegen die Zähne auf die abgeschrägten Teile kommen, so entsteht eine Komponente der Kraft, die die Pendelbewegung fördert. Freilich bewegt sich dann auch das Zahnrad und damit die Silbe. Wenn indessen nur ein kleines Stück abgeschrägt wird, so stört diese Bewegung knapp vor dem Ruck nicht. Leider aber ergab sich, dag eine solche kleine Abschrägung keine hinreichende Unterstügung für das Pendel zu geben vermag; bei der geringsten Störung verzögerte dieses seinen Gang. Es wird daher wohl nötig sein, dem Pendel einen separaten Antrieb zu geben, sei es durch ein zweites Gewicht oder durch eine Feder wie bei der Unruhe der Taschenuhr. Troß dieser Komplikation dürfte ein solcher Apparat immer noch zu den einfachsten zählen.
Man könnte auch daran denken, zur Zeitregulierung statt des Pendels eine Spiralfeder, ähnlich wie bei der Unruhe der Taschenuhr zu verwenden; doch wird sich dabei kaum die Dauer der einzelnen Schwingungen innerhalb genügend weiter Grenzen variieren lassen; man vergleiche Punkt b) der Vorbemerkung. Eher liege sich die Torsion verwenden, wie sie bei neueren Uhren verwertet wird ; durch Verkürzung oder Verlängerung des tordierenden Fadens oder Drahtes könnte die Schwingungsdauer beliebig variiert werden.
Nr. 214. Gedächtnisapparat nach Lipmann. (Ueber das erste Modell vgl. Zeitschr. f. Psych., Bd. 35, S. 202; über das zweite verbesserte Modell Zeitschr. f. Psych., Bd. 49, S. 270, im Folgenden ist blog dieses zweite Modell beschrieben.) Während die beiden vorigen Instrumente einen elektrischen Strom und Nebenapparate (Metronom, Stromunterbrecher, ev. Duplikatorumschalter) benötigen, suchte Lipmann blog mit mechanischen Mitteln und ohne Hilfsapparate auszukommen.
Das Prinzip des Apparates ist ebenfalls von dem der vorigen ganz verschieden. Während dort (auch bei den in der Anmerkung erwähnten Konstruktionen) die Zeitintervalle zwischen den Rucken durch die periodische Bewegung eines Pendels (bezw. einer schwingenden Feder oder eines tordierten Fadens) reguliert werden, wird hier und bei den Apparaten 215 und 216 zuerst eine gleichmägige, kontinuierliche Rotationsbewegung erzeugt, welche dann ihrerseits bei jeder einzelnen Umdrehung an einem oder mehreren Punkten die Ruckbewegung einer 2. Axe auslöst, an der die Trommel
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