﻿SP1NDLER & HOYER G.m.b.H. GÖTTINGEN
Nr. 216. Gedächtnisapparat nach Hempel-Rupp. Wie bei den beiden vorigen Apparaten, so ist auch hier zunächst eine gleichförmige, kontinuierliche Rotation erzeugt, die ihrerseits eine Ruckbewegung hervorruft. Das Prinzip jedoch, nach dem die Ruckbewegung durdi die kontinuierliche bewirkt wird, ist hier ein ganz neues, es ist überhaupt kein mechanisches, sondern ein optisches. Der Grundgedanke hierzu rührt von Hempel her; Ru pp hat in der Durchführung einige Verbesserungen vorgenommen.
An der horizontalen Axe a siftt die Trommel Tr. Über die lefttere ist eine Papierschleife mit den zu lernenden Silben gelegt, die vertikal herabhängt und durch die kleinere Trommel tr beschwert ist. Die Axe a wird samt der Trommel in gleichförmige kontinuierliche Drehung verseht. Die Silben werden durch die 2 Spiegel Sp, Sp2 in der Richtung der ausgezogenen Linien dem Auge zureflektiert. Der Tubus T hat eine so kleine Öffnung, daft nur 1 Silbe, z. B. die bei 1 stehende, gesehen wird.
^------—.	Würden die 2 Spiegel stille stehen,
so würden die Silben in gleichmäßiger Geschwindigkeit vorbeiziehen. Nun ist aber der Spiegel Sp, um die Axe ß drehbar. Er hat einen Fortsaß f, mit dem er auf dem Rande des Rades K aufruht. Dieses Rad ist, wie die Trommel, fest mit der Axe a verbunden und dreht sich somit kontinuierlich; es sei daher wieder als kontinuierliches Rad (K) bezeichnet. Bei Drehung von der in der Figur gezeichneten Ausgangslage aus wird der Fortsaft f durch den allmählich aufsteigenden Rand des Zahnes etwas gehoben, und damit auch der Spiegel ein wenig gedreht. Nach einer ft'-t Drehung von K fällt sodann der Fortsaft an dem steilen Rande des Zahnes herab und damit dreht sich der Spiegel schnell in die erste Lage zurück. Bei derselben 1/4 Drehung sei die Silbe von 1 nach 2 gelangt. Die Zähne von K sind nun genau so geschnitten, dag der Spiegel am Ende der Drehung in eine solche Lage kommt, dag er den von 2 herkommenden Strahl wieder in derselben Richtung gegen Sp2 reflektiert, wie vorher den von 1 kommenden Strahl, und dag ebenso bei jeder Zwischenlage der Strahl in dieser Richtung weitergeht. Somit erscheint während dieser ganzen Bewegung die Silbe dem Beobachter nicht bewegt, sondern ruhend. Wenn der Fortsaft dann an dem steilen Rande des Zahnes herabgefallen und der Spiegel in die erste Lage zurückgekehrt ist, so reflektiert wieder er die von 1 herkommenden Strahlen dem Beobachter zu. Genau an der Stelle 1 ist aber jeftt die nächste Silbe angelangt, indem der Abstand der Silben so gewählt ist, dag er l/4 des Trommelumfanges beträgt. Somit ist in diesem Momente plöftlich die nächste Silbe erschienen.
Bei dem ursprünglichen Modell nach Hempel ist nicht eine Schleife, sondern eine einzige Trommel verwendet, ferner nicht 2 Spiegel, sondern nur der Spiegel Sp,. Dies hat 2 Nachteile. Erstens müssen die Silben in Spiegelschrift aufgeschrieben werden; zweitens zeigt es sich, dag die Silben zwischen den Rucken sich zwar nicht fortbewegen, aber ein wenig nach vorne und hinten neigen. Diese 2 Mängel suchte Ru pp zu vermeiden. Der erste war leicht zu beseitigen, es wurde einfach der Spiegel Sp2 hinzugefügt.1) Der zweite Mangel beruht auf Folgendem: Angenommen, es seien
') Diese Verbesserung hat inzwischen auch Hempel an seinem Apparate angebracht.
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