﻿SPINDLER & HOYER G.m.b.H. GÖTTINGEN
Immerhin werden nach diesen Regeln gebaute Reihen am häufigsten angewendet werden, sowie sie auch bisher meistens verwendet wurden. Außerdem ist es von Wert, wenn verschiedene Autoren bei ihren Versuchen dieselben Reihen benußen; die Versuche werden dann konformer und besser vergleichbar.
Die Forscher sollten die Reihen sehr sparsam, nur zu Haupt- und nicht zu Voroder Demonstrationsversuchen verwenden, damit sie möglichst wenig bekannt werden. Vollends würden dieselben an Wert verlieren, wenn sie in Laienhände kämen. G. E. Müller gab daher nur unter der Bedingung seine Einwilligung zum Druck der Reihen, dag sie ausschließlich an Forscher geliefert werden. Die P. T. Besteller werden daher, sofern ihr Name in dem Fache noch nicht bekannt ist, gebeten, in irgend einer Weise, z. B. durch Empfehlung eines Fachmannes oder Institutes, die wissenschaftliche Verwertung zu verbürgen.
Tachistoskope.
Vorbemerkung.
Tachistoskope nennt man solche Apparate, die eine sehr kurze Darbietung eines Reizes ermöglichen. Wie schon der Name sagt, handelt es sich hierbei meistens um visuelle Reize. Es wurden jedoch auch Versuche mit akustischen Reizen angestellt. Apparate, die speziell zu solchen Versuchen dienen, hat man Taehistophone genannt. Indessen steht nichts im Wege, den schon geläufigen Namen Tachistoskop auch auf diese Apparate auszudehnen, umsomehr als sich eine Reihe von Apparaten sowohl für akustische wie für visuelle Reize verwenden lassen.
Um eine taehistoskopisehe Exposition zu erreichen, werden die verschiedensten mechanischen Hilfsmittel benußt. Es seien hier kurz die Hauptprinzipien der Konstruktion angedeutet.
Man hat einen Schirm mit einem Spalt vor dem zu exponierenden Objekt fallen lassen (Falltachistoskop). Wenn der Spalt vorbeikam, war das Objekt sichtbar. Je kleiner der Spalt war, oder je schneller der Schirm fiel, desto kürzer war die Expositionszeit. Statt der Schwere hat man dabei auch Federkraft verwendet (wie beim Momentverschlug). Da ferner das Auffallen des Schirmes stets mit Geräusch verbunden war, so erseßte man ihn durch eine Scheibe oder einen Ring mit einem freien und verstellbaren Sektor nach Art der Episkotister, oder durch ein Pendel mit variablem Spalt (Pendeltaehistoskop, Spaltpendel). Schließlich hat man statt eines Schirmes zwei verwendet, die hintereinander in bestimmtem Zeitintervall fielen, und von denen der eine das Objekt aufdeckte, der andere verhüllte. Natürlich ist dann ein Zeitapparat nötig, der die Zwischenzeiten bestimmt (Kontaktpendel, Zeitsinnapparat, auch Kymo-graphion).
Wie in diesen Fällen das Objekt verdeckt bezw. aufgedeckt wird, so können auch die das Objekt beleuchtenden Lichtstrahlen unterbrochen werden.
Endlich ist das Prinzip zu erwähnen, das bei den Gedächtnisapparaten, freilich in sehr roher Weise, realisiert ist. Diese lassen sich, wie oben (S.112m) erwähnt, ebenfalls zu taehistoskopischen Versuchen verwenden. Sie gestatten, eine Silbe mehr oder weniger plößlieh hinter einem Spalt erscheinen und nach variierbarer Zeit mit einem ebensolchen Ruck wieder verschwinden zu lassen. Man vermeidet aber bei den eigentlichen Tachistoskopen dieses Prinzip, das Objekt selbst zu bewegen. Wenn
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