﻿SPINDLER & HOYER G.b.m.H. GÖTTINGEN
indessen das Objekt so schnell kommt und verschwindet, dag keine Bewegung gesehen wird, so ist nicht einzusehen, weshalb dieses Prinzip zu verwerfen sein sollte. Bei den Gedächtnisapparaten ist diese Bedingung freilich nicht erfüllt.
Für akustische Reize kommt zu diesen Prinzipien noch das der Sirene hinzu. Damit dürfte die Liste der bis jetjt angewendeten Prinzipien erschöpft sein. Nicht alle diese Prinzipien kommen bei den Apparaten, die in diesem Katalog angeführt sind, vor. Sie sind aber doch erwähnt, weil in Nachträgen des Kataloges die Liste der Apparate ergänzt werden wird. Bei der Ausführung ergeben sich natürlich noth viele Differenzierungen, die hauptsächlich durch die verschiedenen Forderungen, welche man an die Apparate gestellt hat, bedingt sind. Es ist von Wert, bei der Wahl des Apparates sich diese Forderungen gegenwärtig zu halten. Im folgenden seien dieselben angeführt.
a)	Die Exposition soll möglichst plöglich geschehen. Man soll nicht die Bewegung oder das allmähliche Kommen und Verschwinden des Spaltes oder des Reizes merken, und es sollen nicht die einen Teile des Objektes früher wahrgenommen werden als andere. Man versucht dies zu erreichen durch möglichst schnelle Bewegung des Spaltes, oder indem man das Lidhtbüschel an möglichst engen Stellen unterbricht, z. B. nahe dem Auge oder in der Brennebene. Ein sehr einfacher und sinnreicher Weg zur ideal gleichzeitigen Exposition aller Teile des Bildes ist beim Tachi-stoskop nach Erdmann und Dodge (Nr. 224) eingeschlagen. — Damit die Bewegung der Spaltränder möglichst wenig auffällt, stellt man häufig den Spalt so in den Strahlengang, dag die Ränder verschwommen, wie ein Nebel, erscheinen.
b)	Eine Hauptforderung ist natürlich, dag die Expositionszeit variierbar und zugleich genau megbar sei, und dag sie bei derselben Einstellung des Apparates immer konstant bleibe. Die Prinzipien der Zeitvariierung wurden zum grögten Teil schon oben angedeutet: verschiedene Breite des Spaltes, verschieden schnelle Bewegung desselben bei konstanter Breite. Hierzu kommt, dag man das Lichtbüschel an verschieden engen Stellen unterbricht, bei gleicher Spaltbreite und gleicher Geschwindigkeit (Erdmann und Dodge, Nr. 224). Wie hierbei die Expositionszeiten zu bestimmen sind, versteht sich wohl von selbst. Hinsichtlich der Konstanz ist zu sagen, dag sich beim Fallschirm und beim Pendel durch genügende Masse leicht die nötige Exaktheit erreichen lägt. Weniger verläglich scheint die Federkraft zu sein. Die üblichen Momentverschlüsse reichen für exaktere Versuche nicht aus. Bei Apparaten, die durch einen Motor getrieben werden, hängt die Konstanz natürlich von der Güte des Motors ab, man wird z. B. bei elektrisch betriebenen Motoren solche mit Reguliervorrichtung vorziehen.
c)	Wie bei den Gedächtnisapparaten, hat man auch hier die Forderung der Geräuschlosigkeit gestellt. Namentlich hat man geltend gemacht, dag die Geräusche die Selbstbeobachtung stören. Jedenfalls ist, ceteris paribus, ein ganz oder nahezu geräuschlos arbeitender Apparat vorzuziehen. Es verdienen daher das Episkotister- und Pendelprinzip den Vorzug vor dem des Fallschirmes. Indessen, wenn es sich um kleine Schirme handelt, wie bei den Apparaten 224 und 228, so lägt sich das Geräusch leicht so dämpfen, dag es kaum mehr stören wird. — Von groger Wichtigkeit ist diese Forderung für akustische Reize; hierbei darf kein hörbares Nebengeräusch entstehen.
d)	Bei visuellen Reizen treten oft länger dauernde Nachbilder auf. Das Zentrum erfährt also keineswegs Reize von so kurzer Dauer, wie es die physikalischen Reize sind; und, was unangenehmer ist, bei gleicher physikalischer Reizdauer ent. stehen verschieden lange physiologische Reize. Namentlich ändert sich diese Nachwirkung mit der Adaption. Bei Dunkeladaption zeigen sich länger dauernde Nachbilder, die obendrein ziemliche Schwankungen aufweisen. — Daher ist es nötig, eine konstante und helle Beleuchtung zu wählen. Ferner hat man, um die Nachbilder „auszulöschen“, kurz nach dem ersten Reiz einen zweiten kräftigen Reiz ins Auge gesendet. Für solche auslöschende Reize nach beliebiger Zwischenpause ist vor allem das Taehistoskop nach Schumann eingerichtet.
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