﻿SPINDLER & HOYER G.m.b.H. GÖTTINGEN
zweiten Scheibe M. Sie ist durch eine Zahnradübersegung mit N so verkuppelt, dag sie sich einmal umdreht, wenn N 12 Rotationen macht, und sie besigt einen sektorenförmigen Ausschnitt von ‘/u der Peripherie. Blickt man also von A aus durch M und N gegen 0, so wird man, während der freie Sektor vor M vorbeizieht, die Scheibe N eben eine volle Umdrehung machen sehen; hingegen ist dieselbe während der nächsten und während der vorhergehenden 11 Umdrehungen durch M verdeckt. Somit folgen in der Tat die Expositionen nicht unmittelbar aufeinander, sondern in ziemlichen Zwischenräumen, und man blickt z. B., damit man nur einmal einen Reiz empfängt, erst während des legten Zwischenraumes in den Apparat. Dabei hat man immer noch Zeit genug, sich richtig einzustellen.
Dag die Expositionen sich in gewissen Pausen wiederholen, lägt sich dazu verwerten, bei den vorhergehenden Expositionen einen Fixationspunkt und bei der nachfolgenden einen auslöschenden Reiz zu geben. (Vgl. Punkt e der Vorbemerkung). Die Pause zwischen den Expositionen kann durch Änderung der Rotationsgeschwindigkeit reguliert werden. Zum schnellen Vertauschen des Objektes mit dem Fixationspunkt bezw. mit dem auslöschenden Reiz lägt sich die Vorrichtung Nr. 227 verwenden.
Damit die Helligkeit des Gesichtsfeldes vor der Exposition ungefähr dieselbe ist wie während derselben (vgl. Punkt e der Vorbemerkung), sind die dem Beobachter zugekehrten Seiten der Scheiben M u. N geweigt. Natürlich müssen sie auch ent-entspreehend beleuchtet werden.
Der Apparat ist noch mit einem Linsensystem ausgestattet. Das Objekt wird in grögerer, „unendlicher“ Entfernung aufgestellt und durch ein Fernrohr betrachtet, das knapp vor M aufzustellen ist. Zwischen M und N liegt in 2 Gabeln ein Rohr, das 2 Linsen Lj Ls enthält, deren Brennebene in die Scheiben M und N, bezw. in die Mittelebene F fällt. Die gestrichelten Linien zeigen den Gang der Strahlen, die vom unendlich fernen Objekt 0 ausgehen. An der Gröge und Schärfe des betrachteten Objektes wird durch das Linsensystem L2 nichts geändert. Hingegen bewirkt dasselbe, dag die Ränder des freien Sektors von N (siehe die punktierten Linien) so gesehen werden, wie wenn sie in der Ebene von M liegen würden; und da diese unmittelbar vor dem Fernrohre liegt, so müssen sie verschwommen erscheinen. Der Erfolg ist also, dag das Objekt nicht durch einen scharfbegrenzten Schirm von der Seite her verdeckt wird, sondern dag sich ein allmählich dichter werdender Nebel vor das Objekt legt und dasselbe in allen Teilen fast gleichzeitig verdeckt und in ähnlicher Weise wieder abdeckt.
Gleichzeitig liegen die 2 Scheiben so, dag sie den Strahlengang an einer ziemlich engen Stelle unterbrechen. Es genügt daher eine kleine Bewegung der Spalt-tänder, um das Objekt aufzudecken bezw. zu verhüllen, selbst wenn das Objekt eine relativ groge Ausdehnung hat oder infolge der Linsenwirkung im Fernrohr vergrögert erscheint. Dementsprechend kann auch die Bewegung der Scheibe leicht so schnell genommen werden, dag sie im Fernrohr längst nicht mehr gemerkt wird.
Der Apparat mug durch einen separaten, konstanten Motor betrieben werden. Die Kraft segt an einer Rolle der Scheibe M an. Bei der Wahl der Rotationsgeschwindigkeit ist zu berücksichtigen, erstens wie groge Pausen zwischen den einzelnen Expositionen, und zweitens welchen Bereich von Expositionszeiten man nötig hat. Um sich von der Gröge der Rotationsgeschwindigkeit und von der Konstanz derselben überzeugen zu können, ist an der Scheibe M ein Kontakt angebracht, welcher bei eder Umdrehung einmal auf einen Moment geschlossen wird.
Nr. 224. Tachistoskop nach Erdmann=Dodge. (Über das Lesen, S. 94). Dieser Apparat verwendet zwei verschiedene von den in der Vorbemerkung erwähnten mechanischen Prinzipien zur Erzeugung taebistoskopiseher Expositionen. Für sehr kurze Expositionszeiten, nämlich für solche unter ‘/ioo Sek., dient ähnlich wie beim Exner’schen Apparat eine Episkotisterscheibe U S mit variierbarem freiem Spalte. Hierbei würde nun zunächst dieselbe Schwierigkeit auftreten wie oben: es würde das
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