﻿SP1NDLER & HOYER G.m.b.H. GÖTTINGEN
Objekt bei jeder Umdrehung der Scheibe einen Moment sichtbar sein. Um dies zu vermeiden, ist hier im Unterschied vom Exner’schen Apparat ein Fallschirm F S verwendet, dessen variabler Spalt so grog zu machen ist, dag, während er an der Scheibe herabfällt, diese gerade eine volle Umdrehung macht. Der Fallschirm hat aber nicht allein diese Hilfsfunktion zu verrichten, sondern er dient dazu, die Expositionsdauer bei längeren Zeiten zu bestimmen. In diesem Falle wird die Scheibe nicht benugt. Die Zeit kann dann variiert werden entweder durch Ändern der Spalthöhe, oder dadurch, dag man den Schirm nach vorne oder hinten schiebt. Wie nämlich aus dem Folgenden zu ersehen ist, bilden die in Betracht kommenden Lichtstrahlen einen Kegel, und dieser wird bei verschiedener Lage des Schirmes an verschieden engen Stellen unterbrochen, so dag die Exposition bei gleicher Geschwindigkeit der Spaltbewegung verschieden lange dauert.
Eine ebenso einfache wie sinnreiche Einrichtung bewirkt, dag das ganze Objekt genau gleichzeitig sichtbar wird und wieder verschwindet. — Die von dem Objektfeld O herkommenden Strahlen durchsegen, nachdem sie durch den Spalt des Fallschirmes und den freien Sektor der rotierenden Scheibe gegangen sind, den Linsenspalt LS und gelangen zur Steinheil’schen Linse, die auf der das Gesichtsfeld repräsentierenden
Milchglasplatte Gf der Kamera ein in allen Teilen scharfes Bild entwirft. Der Linsenspalt ist nun so grog zu wählen, dag, wie Schema I zeigt, selbst wenn durch den Sektor V der dahinter stehenden Scheibe oder durch den Fallschirm nur mehr ein ganz kleiner Teil des Spaltes frei bleibt, dennoch von allen Punkten des Objektes a b c Strahlen auf die Linse fallen» und somit ein vollständiges, wenn auch schwächeres Bild entworfen wird. Macht man den Spalt gröger oder entfernt ihn von der Linse, so ist dies, wie Schema II zeigt, nicht mehr der Fall.
Dag das Bild tachistoskopiseh auf eine Milchglasplatte geworfen wird, hat noch andere Vorteile. Zunächst ist die Situation des Beobachters eine vollständig natürliche, normale. Es ist auch binokulare Betrachtung möglich. Ferner ist eine richtige Akkommodation ohne weiteres garantiert und infolge des mägig grogen Feldes ist es leicht, auch ohne Fixationspunkt Blick und Aufmerksamkeit richtig einzustellen.
Um einen plöglichen Übergang von Hell zu Dunkel und umgekehrt zu vermeiden, wird die Milchglasplatte auch vor und nach der Exposition beleuchtet u. zw. dadurch, dag die ihr zugekehrten Seiten der Rotationsscheibe und des Fallschirmes geweigt sind und von einer entsprechend aufgestellten Lampe weiges Licht in die Kamera reflektieren.
Das Fallen des Fallschirmes wird durch Anziehen eines Ankers eingeleitet. Wenn Fallschirm und die Scheibe mit dem freien Sektor benugt werden, so ist es
LS
Schema. 1
Schema. TI
CTS
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