﻿Vorwort.
J)er Aufforderung der Finna Spindler & Hoyer, für den vorliegenden Katalog die Apparate zusammenzustellen und zu beschreiben, bin ich gerne nachgekommen. Denn wenn diese Arbeit auch viel mehr Zeit und Mühe kostet, als es auf den ersten Blick scheinen mag, so hoffte ich doch im Interesse der Wissenschaft zu handeln.
Erstens wird es manchem Forscher viel Mühe ersparen, wenn er einen großen Teil der Apparate zusammengestellt vorfindet und deren Beschreibungen stets bequem zur Hand haben kann.
Der Katalog sollte indessen mehr leisten, als etwa eine Zusammenstellung der bis jetzt über die betreffenden Apparate veröffentlichten Beschreibungen und Notizen. Zunächst sind die Beschreibungen, auch wo es sich um verwandte Apparate handelt, sehr verschieden, in der einen ist dieses, in der andern jenes betont, die eine nach diesen, die andere nach jenen Gesichtspunkten geordnet. Hier sind sie nach einem gemeinschaftlichen Schema verfaßt und so ihre Vergleichung wesentlich bequemer gemacht. Dazu kommt aber vor allem Folgendes. Will man sich z. B. über einen Gedächtnisapparat ein sicheres Urteil bilden, so wird man alle in den bisher veröffentlichten Beschreibungen geltend gemachten Forderungen sorgfältig sammeln, event!, die aus eigener Praxis gewonnenen hinzufügen, sich über die größere oder geringere Wichtigkeit derselben ein Urteil bilden, und, so gerüstet, an die Kritik herantreten. Diese Arbeit versuchte ich nun im vorliegenden Kataloge zum Teil vorwegzunehmen, indem ich in gemeinsamen Vorbemerkungen zu zusammengehörigen Apparaten die psychologischen und praktischen Forderungen zusammenstellte und darauf bei den Beschreibungen Rücksicht nahm.
In der Beschreibung der einzelnen Apparate, der Details, der physikalischen Fehlerquellen und deren Kontrolle, ihrer Gebrauchsanweisung etc., konnte lange nicht alles gesagt werden, was zu sagen gewesen wäre. Dazu hätte mindestens der dreifache Raum zur Verfügung stehen müssen. Ich war daher gezwungen, eine Auswahl zu treffen. Es wurde manches weggelassen, was mir genügend bekannt oder weniger wichtig schien; zum Teil freilich beruhte die Auswahl auch darauf, daß es mir nicht möglich war, jeden Apparat durchzuversuchen. Man möge es mir daher verzeihen, wenn sich auch in wichtigeren Punkten Lücken finden sollten. Vielleicht wird in einer Neuauflage Gelegenheit sein, diese auszufüllen. Aber es dürfte wohl in der Natur der Aufgabe liegen, daß man sie nie als vollständig gelöst wird ansehen können.
Berlin, Oktober 1908.
Dr. Hans Rupp
Assistent am psychol. Institut zu Berlin (früher Assist, am psychol. Instit. zu Göttingen.)