﻿SPINDLER & HOYER, » GÖTTINGEN.
führt. Wenn daher beide Pendel zu gleicher Zeit losgelassen werden, so wird bei jeder Schwingung des kürzeren, das längere Pendel um 0,02 = x/60 Sekunde Zurückbleiben. Am Ende der 40. Schwingung des kürzeren Pendels wird das längere um 40XV5o=0,80 Sekunde zurückgeblieben sein, also um eine ganze Schwingung; das heißt, es werden die 4L Schwingung des kürzeren und die 40. Schwingung des längeren Pendels wieder gleichzeitig beginnen (Koinzidenz). Wird ferner das kürzere Pendel z. B. um eine V 50 Sekunden später losgelassen als das längere, so muß, wie aus dem Gesagten unmittelbar hervorgeht, am Ende der ersten Schwingung des kürzeren Pendels Koinzidenz eintreten. Wenn es nach 2, 3 '/so Sekunden losgelassen wird, so werden analog am Ende der 2., 3. Schwingung die beiden Pendel koinzidieren. Will man daher umgekehrt wissen, um wieviel Sekunden das kürzere Pendel später losgelassen wurde, wie groß also die Reaktionszeit war, so braucht man nur die Schwingungen des kürzeren Pendels zu zählen bis zu jener Schwingung, an deren Ende die erste Koinzidenz stattfand. Die Anzahl der Schwingungen gibt die Länge der Reaktionszeit in '/60 Sekunde an. Dasselbe Resultat erhält man, wie eine einfache Erwägung ergibt, wenn man die Schwingungen des längeren Pendels vom Beginn der Reaktionszeit an zählt bis zu jener Schwingung, an deren Ende Koinzidenz eintrat. Dieses Verfahren ist bei dem vorliegenden Modell bequemer, weil das längere Pendel auf der dem Versuchsleiter zugekehrten Seite hängt. Wenn das größere Pendel 1, 2 Schwingungen vollendet, ehe das zweite Pendel losgelassen wird, so sind natürlich zum erhaltenen Resultat 1X0,8, 2X0,8 Sekunden zu addieren.
Die in Rede stehenden Modelle sind nicht blos Chronoskope, sondern sie enthalten außerdem Vorrichtungen für eine ganze Reihe von Reizen und für Reaktionen; das trägt audi dazu bei, den Apparat namentlich für Reisende wertvoll zu machen.
Modell I. Auf einer stabilen, gußeisernen Platte erhebt sieh (in der Figur hinten sichtbar) ein Träger, an dessen oberem Ende eine horizontale Leiste befestigt ist. An dieser leßteren sind mittels Fäden die 2 Pendelscheiben aufgehängt.
Um den Pendeln ohne Mühe die richtige Länge geben zu können, ist folgende einfache Vorrichtung getroffen: der oben erwähnte Träger hat nahe dem unteren Ende zwei übereinander liegende Löcher; ebenso sind die beiden Pendelscheiben in ihrer Mitte durchlocht. In diese Löcher passt ganz exakt der in der Figur neben dem Apparate liegend gezeichnete Stab. Steckt man ihn z. B. in das untere Loch und schiebt über ihn die Scheibe des vorderen, längeren Pendels, so braucht man nur den Faden desselben etwas zu spannen, um dem Pendel die richtige Länge zu geben. Analog dient das obere Loch in dem Träger dazu, das kurze Pendel einzustellen.
Freilich ist es nötig, die Schwingungsdauer nachträglich noch genauer mittels der Stoppuhr zu messen. Es schadet nichts, wenn dabei Zahlen herauskommen sollten, die von den oben angegebenen 0,80 und 0,78 ein wenig differieren. Man mißt eben dann die Reaktionszeit nicht in '/50 = 0,02 Sekunden, sondern z. B. in 0,021 Sekunden als Einheiten. Man vergleiche hierüber die erste der oben zitierten Abhandlungen.
7