﻿SPINDLER & HOYER . GÖTTINGEN.
Gleichung erreichen, so wird bestimmt z. B. im angenommenen Falle rot und grün nicht empfunden ; es handelt sich dann um Farbenblindheit, nidit Farbenschwäche.
Wie bei dem Farbenmischapparat No. 112 werden die Farben dadurch erzeugt, dag weiges Licht durch farbige Gläser gesendet wird. Ein Holzkasten, dessen vordere Wand und dessen seitliche Wände zu öffnen sind, trägt ein Rohr mit dem Kästchen K. Die rechte, linke und untere Wand des legteren ist zur Hälfte entfernt, u. zw., wie das Schema zeigt, von der linken und unteren Wand die vordere, von der rechten die hintere Hälfte. Vor die so entstehenden Öffnungen werden farbige Gläser geschoben. Im Innern des Kästchens sind 2 Glasplatten diagonal eingesegt. Die vordere, weldie im Schema gestrichelt gezeichnet ist, reflektiert das durch die linke Glasplatte kommende Licht nach oben und lägt gleichzeitig das von unten kommende Licht durch, so dag sidi beide Lichter mischen. Die andere, im Schema nicht gezeidmete Glasplatte liegt in der hinteren Hälfte des Kästchens und reflektiert das von rechts kommende Licht nach oben. Der durdi das Rohr herabblickende Beobachter sieht demnach ein rundes Feld, das in eine vordere und eine hintere Hälfte geteilt ist; die Grenzlinie zwischen beiden ist vollkommen scharf. Eine in das Rohr eingesegte Irisblende gestattet, das ganze Feld beliebig zu verkleinern, was für die Untersuchung von Skotomen oder der fovea centralis von Wichtigkeit ist. Die Milchglasplatten W W, W2 senden, je nach ihrer Neigung gegen die vorne gedachte Lichtquelle (z. B. das Fenster), mehr oder weniger Licht durch die 3 farbigen Gläser. Auf diese Weise lägt sich die Intensität jeder der 3 Farben beliebig variieren. Die Neigungen der Platten können an Kreisteilungen abgelesen werden. Die 2 seitlichen Platten kann der Beobachter selbst mittels der Knöpfe SÄ bequem einstellen.
Mit dem Apparate wird eine Beschreibung nach Hering mitgeliefert, in welcher angegeben ist, welche Farben man zu wählen, und wie man bei der Herstellung der Gleichung zu verfahren hat. Ebenso wird eine grögere Anzahl von farbigen Gläsern beigegeben, so dag man den Apparat zur Herstellung mannigfaltiger Gleidiungen und zur Diagnose verschiedener Störungen des Farbensinnes verwenden kann, zumal da sich in dem einen Feld 2 Farben mischen lassen. Segt man vor eine Oeffnung kein Glas ein, so wird durch dieselbe weiges Licht von variierbarer Intensität gesendet.
Preis Mk. 200.—
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