﻿SPINDLER & HOYER » GÖTTINGEN.
Anm. 2. Mit diesen Tonmessern lassen sich auch Töne anderer Oktaven bestimmen. Die rohe Bestimmung geschieht nach dein Gehör; die feinere aber wird in bekannter Weise durch Zählen der Schwebungen ausgeführt. Es ergeben nämlich, falls die zu bestimmenden Töne tiefer sind als die des Tonmessers, ihre Obertöne mit den Zungentönen Schwebungen; sind umgekehrt die zu bestimmenden Klänge höher, so erzeugen sie mit den Obertönen der Zungen Schwebungen.
No. 154. Dreiklan g-app arat nach St lim pf (Bemerk, über zwei akustische Apparate, Zeitschr. f. Psych. Bd. VI, Seite 33). Der Apparat ist genau wie der Obertonapparat No. 150 gebaut, nur enthält er Zungen mit anderen Schwingungszahlen, nämlich: 100, 120, 125, 150; 200, 240,250, 300; 400, 480, 500, 600; 800, 960, 1000, 1200; 80, 160, 640, 720; 700, 900, 1100. Es sind also zunächst die Dur- und Molldreiklänge in physikalischer Stimmung in 4 Oktaven vertreten; außerdem sind noch 7 Töne hinzugefügt, die speziell zur Untersuchung der Differenztöne von Wert sind. Als Schwingungszahlen sind aus demselben Grunde, wie er unter No- 131 angeführt ist, runde, arithmetisch einfache Zahlen gewählt.
Der Apparat ist sehr vielseitig verwendbar; man vergleiche hierüber die zitierte Schrift. Hier möge nur Einiges herausgegriffen werden : Man kann den Wohlklang der Dur- und Molldreiklänge in verschiedenen Tonlagen vergleichen ; auch bei enger und weiter Lage derselben. Da der Apparat z. B. zum Ton 100 eine große Anzahl (10) Obertöne besigt, eignet er sich sehr gut dazu, sich im Heraushören von Obertönen aus dem sehr obertonreichen Klang der Zunge zu üben. Man lägt nämlich, um die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Oberton z. B. 400 zu lenken, einen Moment die Zunge 400 schwingen. Der Apparat enthält ferner alle gebräuchlichen Intervalle in physikalischer Stimmung, zum Teil in verschiedenen Tonlagen, und eignet sich daher auch zu Untersuchungen über Konsonanz, Dissonanz und Verschmelzung. In den zwei höheren Oktaven kann man die Differenztöne, den 1. und noch deutlicher den 2. beobachten und ihre verschiedene Wirkung beim Dur- und Molldreiklang zeigen. Die auftretenden Differenztöne sind, damit man sie gesondert ertönen lassen kann, separat in der Serie enthalten.
Preis Mk. 150.—
No. 155. Intervallapparat nach Stumpf (Bemerkungen über 2 akustische Apparate, Zeitschrift f. Psych. Band VI, Seite 39). Auch dieser Apparat ist ebenso gebaut wie der Obertonapparat No. 150. Er enthält 21 Zungen, welche die wichtigsten natürlichen, temperierten und pythagoraeischen Intervalle innerhalb der Oktave 400 — 800 bilden, u. zw. „die beiden Terzen in je dreifacher Abstimmung: natürlicher (5:4, 500 und 6:5, 480), pythagoraeischer (81:64, 506‘/4 und 32:27, 4742/27) und temperierter (1,260:1, 504,0 und 1-189:1, 475,7), die Quinte in natürlicher (3:2, 600) und temperierter (1,4983:1,599,3) die kleine Septime dreifach: als sog. natürliche (7:4, 700, Ton „i“), als Quarte der Quarte (16:9, 7111/9) und als kleine Terz der Quinte (9:5, 720). Quarte und Sexten sind nur in natürlicher Stimmung 4:3, 533'/s, 8:5, 640 und 5:3, 6662/3) aufgenommen, weil man sie als Umkehrung der Quinte bezw. der Terzen ebenfalls in der verschiedenen Stimmung erzeugen kann. Dagegen ist noch die kleine Sekunde und zwar in doppelter Stimmung (cis=25:24, 4162/3 und des = 16:15, 4262/s), auf-
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