﻿SPINDLER & HOYER » GÖTTINGEN.
den Kolben mit gleichförmiger Geschwindigkeit heben, so würde sich die Tonhöhe nicht gleichförmig, sondern erst langsam und dann schnell ändern. Um dies zu vermeiden, ruht die Kolbenstange, wie das Schema zeigt, auf einer Scheibe, die einen schneckenartig geformten Rand hat. Gedreht wird diese Scheibe durch eine Kurbel,
die jedoch nicht an der Axe der Scheibe selbst sigt, sondern an einer seitlichen Axe, welche durch eine Zahnradübersegung vom Verhältnisse 1:10 mit der Scheibe verkuppelt ist. An dieser wie an der Kurbel ist je eine Gradeinteilung angebracht; die erstere dient zur gröberen, die legtere zur feineren Einstellung.
Der Tonumfang des Apparates richtet sich nach der Anzahl und der Größe der gewählten Flaschen. Für viele Fälle mögen 3 Flaschen genügen mit den Tonumfängen 300—600, 400—800, 500—1000. Der Umfang jeder Flasche überdeckt sich zu einem Teil mit dem Umfang der nächsten Flasche. Man kann auf diese Weise gleichzeitig 2 oder 3 sehr nahe liegende Töne erzeugen.
Die erwähnten Gradteilungen sind auch nach Schwingungszahlen geeicht. Diese sind jedoch nicht als absolut genau zu betrachten, denn die Stimmung ist, wie bei Flaschen überhaupt, dem Einflug der Temperatur unterworfen. Kommt es also auf die absolute Tonhöhe an, so mug der Apparat mit konstanten Tonquellen verglichen und eventl. neu geeicht werden. Ebenso sind die auf den Skalen abgelesenen Schwingungszahlenverhältnisse nicht absolut zuverlässig.
Dieser Mangel wird aber durch die vielseitige Verwendbarkeit des Apparates weitaus aufgewogen. Er eignet sich vor allem zu Untersuchungen über Unterschiedsempfindlichkeit sowohl von Tönen, wie von Intervallen ; ferner kann man an ihm leicht Schwebungen, Zwischentöne und Differenztöne zeigen. Auch lassen sich mit ihm Untersuchungen anstellen über Konsonanz, Dissonanz, Verschmelzung und über den Grad des Wohlklanges von Intervallen und Akkorden in verschiedener Stimmung usw. (Vgl. auch die Anm. zu No. 155.)
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