﻿SPINDLER & HOYER • GÖTTINGEN.
genug, um den in einer Führung laufenden Luftkessel darinnen spielen zu lassen. Die durch diesen komprimierte Luft wird durch das Rohr R in der Richtung der Pfeile nach äugen zu Ventilen V geleitet, an welche die anzublasenden Instrumente angeschlossen werden. Um den Apparat für verschiedene Instrumente, eventuell für mehrere gleichzeitig verwenden zu können, zweigen vom Rohre R mehrere Rohre zu Ventilen ab. In demselben Mage nun, in dem die Luft durch ein Ventil ausströmt, sinkt der Luftkessel. Hat er seine tiefste Lage erreicht, dann mug er durch Ziehen an dem Griff G hochgezogen werden. Damit hierbei kein verdünnter Raum entsteht, sondern der Kessel sich mit Luft füllen kann, ist in seine Decke ein Ventil eingesegt, welches so konstruiert ist, dag es sich beim Hochziehen des Kessels öffnet, und darnach, wenn der durch die Schnur s nach oben ausgeübte Zug nachlägt, sieb senkt und die Öffnung wieder luftdicht verschliegt. Damit das Legtere aber wirklich ein-tritt, ist es nötig, dag der Zug plöglich aufhört; man mug also, nachdem man den Kessel hochgezogen hat, mit einem sehr schnellen Ruck nachlassen.
In der bis jegt beschriebenen Form besage der Apparat noch einen Fehler. Der Luftkessel verliert beim Eintauchen in das Wasser an Gewicht ; somit würde der auf die Luft ausgeübte Druck um so schwächer werden, je tiefer der Kessel sinkt. Dieser Fehler wird durch folgende Regulier-Vorrichtung vermieden. Der Deckel ist, wie aus dem Schema zu ersehen ist, um das Ventil herum vertieft. In die so entstehende ringförmige Schale mündet ein Schlauch, der mit dem vertikalen Rohre r, das mit Wasser zu füllen ist, in Verbindung steht. Je tiefer nun der Kessel sinkt, desto mehr Wasser fliegt aus dem Rohre in die Schale, und zwar ist der Durchmesser des Rohres so gewählt, dag genau ebensoviel Wasser abfliegt wie der eintauchende Kessel verdrängt. Somit wird der Gewichtsverlust des Kessels durch das zufliegende Wasser kompensiert.
Der Kessel sinkt schneller, wenn mehr Ventile geöffnet sind, oder wenn Ventile mit grögerer Öffnung, wie sie für tiefere Töne nötig sind, verwendet werden. Lägt man am Tonvariator nur den Ton al anblasen, so sinkt der Kessel etwa in s/4 Minuten. Dann mug die Untersuchung auf mehrere Sekunden, bis der Kessel wieder hochgezogen ist, unterbrochen werden. Darin liegt natürlich ein kleiner Mangel des Apparates. Ferner lägt der Luftdruck in den legten Momenten des Sinkens nach, was man an dem deutlich merkbaren Sinken des Tones erkennt. Man wird indessen wohl in den meisten Fällen die Untersuchung so einrichten können, dag diese Mängel nicht stören.
Preis 31k. T75.—
No. 169. Doppelluftpresse nach Whipple. (The Amer. Journ. of Psych. XIV p. 107, vgl. auch Titchener, ebenda XV p. 57.) Dieser Apparat besteht aus zwei Luftpressen, die miteinander in der Arbeit abwechseln.
Der Bau der einzelnen Pressen weicht in einigen Punkten von dem des vorerwähnten Gebläses ab. In die Seitenwand des äugeren Wasserkessels Wa sind ganz unten kurze mit Hähnen versehene Rohre H eingesegt, die zum Ablassen des Wassers dienen. Das Rohr R des vorigen Apparates ist weggelassen, es wird sozusagen durch den inneren Kessel Wi selbst gebildet. Von dem inneren Hohlraum des legteren führt
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