﻿SPINDLER & HOYER * GÖTTINGEN.
empfindungen haben auf den Erfolg des Versuches keinen Einflug. Sodann lägt man den Stift der Schwellenwage auf das Scheibchen herab und übt durch sie einen stärkeren oder geringeren Druck aus.
Es erübrigt noch zu besprechen, wie die Geschwindigkeit der Berührung bebestimmt wird. v. Frey verfährt so, dag er den Faden, welcher den Hebel H2 zieht und dadurch den Druckreiz auslöst, von einem Kymographion mitnehmen lägt, das eine konstante und variierbare Geschwindigkeit besigt. Der Faden wird zuerst, wie aus der Figur und aus dem vorstehenden Schema ersiditlich ist, nach oben und über die Rolle R, geführt, dann ein Stück horizontal zum Rölldien R2 und von diesem schräg abwärts zu dem Hebel L, an welchem er festgebunden wird. Dieser Hebel wird von dem Daumen D, der an der vertikalen Trommel T des Kymographions befestigt ist, ein Stück mitgenommen u. zw. mit genau bestimmter Geschwindigkeit, die sich in bekannter Weise durdi Verstellen der Windflügel und der Friktionsseheiben-übersegung regulieren lägt. Damit der Hebel, wenn er von dem Daumen nidit mehr mitgenommen wird, durdi die Kraft der Spiralfeder der Schwellenwage nidit zurückgezogen werde, zieht man die Schraube bei P so fest an, dag die Feder die dadurdi entstehende Reibung leicht überwinden kann. Nach dem Versuche zieht man mittels des ebenfalls an L festgebundenen Fadens F2 den Hebel wieder zurück und stellt dadurdi auch die Ausgangslage in der Schwellenwage wieder her.
Um verschiedene Druckstärken auszuüben, mug der Faden verschieden weit zurückgezogen werden. Zu diesem Zwecke wird das Kymographion auf eine Platte gestellt, welche um C drehbar ist. Durch Drehen der Platte samt dem Kymographion um diese Axe wird der Zahn D mehr oder weniger gegen den Hebel L vor- bezw. zurückgeschoben und mug daher diesen ein grögeres bezw. kleineres Stück mit sich führen.
Preis Mk. 37.—
No. 185. DoppelaeÄhesiometer nach Spearman. (Sommer, Die Ausstellung von exper.-psyehol. Apparaten und Methoden bei dem Kongreg für exper. Psydiol. in Giegen 1904 S. 37.) Das Instrument dient hauptsädilich zur Untersuchung
der simultanen Raumschwelle der Haut, d. h. derjenigen Distanz zweier Spigen, bei welcher dieselben eben als 2 Spigen bezw. als räumlich getrennt liegend erkannt werden. Seine Konstruktion ist augerordentlich einfach. Es hat 2 gegeneinander verschiebbare Teile. Der eine Teil besteht aus einem Lineal, auf dem eine Millimeterteilung (bis 60 mm) eingerigt ist, und aus einem links daran sich anschliegenden Kopf, an welchen eine gerade und eine sdiräg nadi unten stehende Spige angesdiraubt sind. Der andere Teil hat eine Schwalbenschwanzführung, in der das eben erwähnte Lineal gleitet, und trägt ebenfalls eine Spige. Die Entfernung der zwei nach unten gerichteten Spigen ist an der Skala abzulesen; zur genaueren Messung dient ein Nonius. Die Spigen sind aus einem schledit wärmeleitenden Material, nämlich aus Elfenbein angefertigt, damit Kälteempfindungen bei der Berührung möglichst vermieden werden.
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