﻿SPINDLER & HOYER » GÖTTINGEN.
sind. Die Gewichte haben die Form von dickeren oder dünneren Scheiben und sind in der Mitte durchbohrt. Es werden, wenn nicht besondere Wünsche geäußert werden, je 2 Gewichte von 5, 10, 20 und 50 g mit geliefert. (Die Platte P mit den Stäbchen und der Beinspiße wiegt 3 g). Damit die Schieber bei der relativ großen Belastung nicht umkippen, und überhaupt zur Sicherung der Führung werden sie von unten durch Federn an die Rahmen angedrückt.
Das Heben und Senken der Platten samt den Gewichten und Spißen geschieht durch Exzenter in folgender Weise. Auf den Stab St, welcher den Rahmen trägt, sind 2 kleine Pfosten aufgeseßt. Der hintere, etwas höhere trägt einen Exzenter, der vordere einen Doppelhebel, auf dessen einen Arm der Exzenter drückt, während der andere Arm rechtwinklich umgebogen ist und unter einen kleinen, an der Platte P an-geseßten Stift s4 greift und mittels desselben die Platte samt den Gewichten und Spißen hebt bez. sinken läßt. Die Platte auf dem linken Schieber ist in der Figur gehoben gezeichnet, die auf dem rechten gesenkt. Jeder Schieber hat seinen eigenen Exzenter; beide sind voneinander unabhängig.
Man verfährt bei successiver Reizung so, daß man zunächst die Spißen hebt, also die Exzenter nach hinten dreht ; sie sind so gearbeitet, daß sie von selbst in dieser Ausgangslage bleiben. Sodann bewegt man den einen Exzenter mit bestimmter, gleichförmiger Geschwindigkeit nach vorne, so daß die erste Berührung stattfindet, schlägt ihn z. B. nach 1 Sek. wieder zurück und dreht dann den andern Exzenter mit derselben Geschwindigkeit nach vorne, um ihn ebenfalls nach 1 Sek. zurückzuschlagen. Die Druckstärke wird dabei durch die Schwere der Gewichte sowie der Platten samt den Stäbchen und Spißen bestimmt. Nur die Geschwindigkeit, mit der die Berührung einseßt, ist nicht maschinell, sondern durch freie Hand reguliert. Jedoch ließe sich auch hier ein ähnliches Verfahren einschlagen, wie es bei der Schwellenwage nach v. Frey (No. 184) beschrieben ist.
Will man Versuche mit Simultanschwelle anstellen, so werden die 2 rechtwinklich umgebogenen Hebel, auf welche die Exzenter wirken, miteinander verkuppelt, so daß man mit einem Exzenter beide Gewichte gleichzeitig heben und senken kann. Damit jedoch die Spißen auch gleichzeitig die Haut berühren, müssen sie so eingestellt werden, daß sie schon vor der Berührung gleiche Entfernung von der Haut besißen. Dies erreicht man dadurch, daß man sie auf den Stäbchen s, ein wenig hinauf bezw. hinuntersdiraubt. — Natürlich kann man mit diesem Aesthesiometer auch bei Simultanschwelle die Geschwindigkeit der Berührung exakt regulieren und variieren, wie es v. Frey bei der Schwellenwage tut.
Der Apparat ist horizontal an einem Stativ zu befestigen. Es wird zu diesem Zwecke eine an den Tisdi zu klemmende Zwinge mit einem verschieden hodi einzustellenden vertikalen Stab beigegeben und eine Doppelmuffe, um daran den Stab St des Instrumentes zu befestigen.
Preis Mk. 60.-
No. 187. Einfaches Gewiehtsaesthesiometer nach Kupp. Das Instrument dient dazu, einen einzigen (übersdiwelligen) Druckreiz von variierbarer und meßbarer Stärke zu erzeugen. Man kann also den Einfluß der Druckstärke auf die
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