﻿SPINDLER & HOYER » GÖTTINGEN.
ändert, konstant. Beim Apparat 214 ist die Trommel 6-kantig und die Schleife zwischen je 2 Silben geknickt. Die Kanten legen sich in die Knicke hinein und nehmen so den Streifen mit. Endlich ist bei dem in Anm. 2 zu 213 erwähnten Apparat die Trommel mit Stiften versehen, die in entsprechende Löcher der Streifen eingreifen und so diesen notwendig mitziehen. Diese 2 legteren Mittel bringen freilich den Nachteil mit sich, dag man sich der Mühe unterziehen mug, die Streifen zu knicken bezw. zu durchlochen.
f)	Da häufig mehrere Silbenreihen unmittelbar hintereinander gelernt werden sollen, so mug das Auswechseln derselben schnell vonstatten gehen. In dieser Hinsicht ist zunächst zu bemerken, dag die Trommeln so lang, und daher die Streifen so breit sind, dag mindestens 2 einsilbige Reihen nebeneinander aufgeschrieben werden können. Will man also zu einer neuen Reihe übergehen, so braucht blog der Schirm mit der rediteckigen Öffnung, durch welchen man auf die Silben blickt, nach rechts oder links verschoben zu werden, je nachdem nämlich die neu zu lernende Reihe rechts oder links von der früheren auf dem Streifen aufgeschrieben ist. Indessen benötigt man diesen Plag auf dem Streifen häufig für Trefferversuche (vgl. Punkt i); ferner wird man bisweilen auch mehr z. B. 6 Reihen unmittelbar hintereinander lernen lassen wollen. Es mug daher unter allen Umständen auch dafür gesorgt sein, dag sich die Streifen schnell auswechseln lassen. Am besten ist in dieser Hinsicht der Lipmann’sche Apparat (214) eingerichtet; bei ihm sind 2 Schleifen nebeneinander angeordnet; während die eine benügt wird, kann auf der andern ein neuer Streifen aufgespannt werden. Aber auch bei den andern Apparaten erfordert das Auswechseln bei einiger Gesdiickliehkeit nidit mehr Zeit als etwa '/4 bis 1 Minute. Soviel Zeit wird man der Versuchsperson schon wegen der starken Perseveration und wegen der rückwirkenden Hemmungen gönnen müssen, so dag von einer Störung durch die Vorbereitungen zur neuen Reihe nicht die Rede sein kann.
g)	Die Forderung, die wohl das meiste Nachdenken verursacht hat, ist die der Ruckbewegung. Die Silben sollen nicht mit gleichmägiger Geschwindigkeit vorbeiziehen, sondern jede Silbe soll plöglich ins Feld springen, daselbst einige Momente ruhig stehen bleiben und dann ebenso schnell der nächsten Silbe Plag machen. Das andauernde gleichförmige Vorbeiziehen ruft nämlich manchmal Bewegungsnachbilder und Schwindelersdieinungen hervor, ähnlich wie man sie beobaditet, wenn man von einer Brücke aus länger auf das fliegende Wasser hinabsieht. Verdienen somit die Apparate mit Ruckbewegung, ceteris paribus, zweifellos den Vorzug, so ist andererseits die Forderung dodi nicht eine unumgänglich notwendige. Man vergesse nicht, dag viele undgerade grundlegende Versuche mit Apparaten ohneRuckbewegungausgeführtworden sind. — Um nun diese Ruckbewegung zu erzielen, sind eine Reihe verschiedener Prinzipien angewendet worden. Sie sind in den Beschreibungen genau angeführt und gegeneinander abgewogen.
Mit der Erzeugung der Ruckbewegung war es jedoch nidit abgetan. Es ergaben sich vielmehr durch sie neue Forderungen. Die Silbe sollte nach dem Ruck möglichst plöglich zum Stehen kommen; es lag aber die Gefahr nahe, dag die Trommel infolge ihres Schwunges ü b e r die Endlage hinausschnellt. Andererseits, wenn sie plöglich auf gehalten wurde, gab es leicht ein Zittern, ehe sie ganz ruhig stand. Beides mugte nach Möglichkeit vermieden werden. Endlich entstand durch das plög-
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