﻿SPINDLER & HOYER » GÖTTINGEN.
Der Apparat eignet sich hauptsächlich zu den drei Arten der unter Punkt m) der Vorbemerkung beschriebenen tachistoskopischen Versuche. Für Treffer- und daher audi für Reaktionsversuche ist er nicht eingerichtet.
Preis des Apparates mit Scheibe	Mk. 175.—
Preis des Apparates mit Rolle f. Schleife	Mk. 300.—
Anm. I. An dem Berliner Modell dieses Apparates wurden im Laufe der Zeit und werden noch augenblicklich einige Aenderungen vorgenommen, die sich als wünschenswert herausstellten. Zunächst ist das Steuerrad, wie im Schema, mit 7 Stiften versehen, so dag die Trommel 14 Rucke macht. Der Apparat eignet sich dadurch für 12-silbige Reihen, indem man bei 12 Rucken Silben, bei den 2 legten Rucken leere Felder erscheinen lägt, so dag zwischen je 2 Darbietungen der Reihe eine Pause von 2 Rucken erfolgt. Als Feldgröge ist die Normalgröge 13X30 mm der gedruckten Reihen (No. 222) gewählt. Die Trommel ist 6 cm lang, sodag 2 solche Reihen nebeneinander verwendet werden können. Das Auswechseln der Trommeln lägt sich sehr schnell vollziehen, da sie einfach aufgesteckt werden. Auch das Steuerrad kann herausgenommen und durch eines mit einer anderen Anzahl von Stiften ersegt werden für längere oder kürzere Reihen. Dementsprechend sind auch die Elektromagnete und Haken verschiebbar eingerichtet. Die ersteren können augerdem den Haken etwas genähert und von ihnen entfernt werden. Damit im Falle, dag man längere Schleifen anwendet, diese sicher mitgenommen werden, sind Stifte am Rande der Trommel befestigt und entsprechend in die Schleife Löcher geschlagen. Die Stifte greifen in die Löcher des Streifens ein und ziehen ihn absolut sicher mit. Endlich kommt noch ein Tourenzähler und ein Fallschirm für Treffer- und Reaktionsversuche, ähnlich wie bei Apparat No. 215 hinzu.
Anm. II. Bei den Apparaten 212 und 213 ist das Metronom, also das Pendel zur Regulierung der Zeitintervalle zwischen den Rucken benugt, aber in der Weise, dag das Pendel erst Kontakte schliegt und der durch dieselben fliegende Strom elektromagnetisch die Ruckbewegung im Gedächtnisapparat auslöst. Es liegt nun der Gedanke nahe, ob man diesen Umweg nicht vermeiden und durch die Pendelbewegung direkt die Ruckbewegung auslösen könnte. In der Tat wurden solche Konstruktionen versucht, und dabei dieselben 2 speziellen Wege eingeschlagen, durch die sich der Ranschburg- und der Wirth-Apparat unterscheiden. Die dem ersten Apparat entsprechende Konstruktion wurde vom Mechaniker Marx gemacht, das Modell bis jegt jedoch noch nicht durchgeführt. Ein Pendel wird in ähnlicher Weise wie bei der Pendeluhr in regelmägigen Gang versegt und erteilt bei jeder Schwingung der Trommel des Gedächtnisapparates einen Stog. Die zweite Konstruktion rührt von Rupp her. Da bei der Pendeluhr das Zahnrad selbst ruckweise sich bewegt, so versuchte Rupp, ob sich diese Ruckbewegung nicht gleichzeitig für die Gedächtnistrommel benugen lägt. Der ganze Apparat würde dann weitaus der einfachste von allen bisher gebauten Gedächtnisapparaten sein, keinen Strom, keine Nebenapparate, kein kostspieliges Uhrwerk benötigen. Es ergab sich jedoch bei der Durchführung vor allem eine Schwierigkeit: das Pendel hat, wie bei der Uhr so auch hier, nicht blog die Rudcbewegung des Zahnrades zeitlich zu regulieren, sondern es mug andererseits durch das Zahnrad einen Antrieb erhalten. Dies suchte Rupp in der Weise zu erreichen, dag er die Spigen des Ankers abrunden lieg, wie das nebenstehende Schema zeigt, während die übrige Kante, auf welcher die Zähne gleiten, genau konzentrisch zum Drehpunkt des Pendels geschnitten wurde. Solange die Zähne auf diesem konzentrischen Bogen gleiten, kann sich das Zahnrad nicht drehen, die Trommel mit den Silben bleibt also ganz ruhig, das Pendel erfährt aber auch keinen Antrieb. Wenn hingegen die Zähne auf die abgeschrägten Teile kommen, so entsteht eine Komponente der Kraft, die die Pendelbewegung fördert. Freilich bewegt sich dann auch das Zahnrad und damit die Silbe. Wenn indessen nur ein kleines Stück abgeschrägt wird, so stört diese Bewegung knapp vor dem Ruck nicht. Leider aber ergab sich, dag eine solche kleine Abschrägung keine hinreichende Unterstügung für das Pendel zu geben vermag ; bei der geringsten Störung verzögerte dieses seinen Gang. Es wird daher wohl nötig sein, dem Pendel einen separaten Antrieb zu geben, sei es durch ein zweites Gewicht oder durch eine Feder wie bei der Unruhe der Taschenuhr. Trog dieser Komplikation dürfte ein solcher Apparat immer noch zu den einfachsten zählen.
Man könnte auch daran denken, zur Zeitregulierung statt des Pendels eine Spiralfeder, ähnlich wie bei der Unruhe der Taschenuhr zu verwenden ; doch wird sich dabei kaum die Dauer der einzelnen Schwingungen innerhalb genügend weiter Grenzen variieren lassen; man vergleiche Punkt b) der Vorbemerkung. Eher liege sich die Torsion verwenden, wie sie bei neueren Uhren verwertet wird; durch Verkürzung oder Verlängerung des tordierenden Fadens oder Drahtes könnte die Schwingungsdauer beliebig variiert werden.
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