﻿SPINDLER & HOYER » GÖTTINGEN.
No. 214. (xedäclltllisapparat liacll Lipiuann. (Ueber das erste Modell vgl. Zeitschr. f. Psych., Bd. 35, S. 202; über das zweite verbesserte Modell Zeitschr. f. Psych., Bd. 49, S 270, im Folgenden ist blog dieses zweite Modell beschrieben.) Während die beiden vorigen Instrumente einen elektrischen Strom und Nebenapparate (Metronom, Stromunterbrecher, eventl. Duplikatorumschalter) benötigen, suchte Lip-mann blog mit mechanischen Mitteln und ohne Hilfsapparate auszukommen.
Das Prinzip des Apparates ist ebenfalls von dem der vorigen ganz verschieden. Während dort (auch bei den in der Anmerkung erwähnten Konstruktionen) die Zeitintervalle zwischen den Rucken durch die periodische Bewegung eines Pendels (bezw. einer schwingenden Feder oder eines tordierten Fadens) reguliert werden, wird hier und bei den Apparaten 215 und 216 zuerst eine gleichmägige, kontinuierliche Rotationsbewegung erzeugt, welche dann ihrerseits bei jeder einzelnen Umdrehung an einem oder mehreren Punkten die Ruckbewegung einer 2. Axe auslöst, an der die Trommel sitjt; und zwar sind die Apparate 214 und 215 so eingerichtet, dag die kontinuierlich rotierende Axe selbst der Trommel die Stöge erteilt, dag also keine zweite Kraft nötig ist.
Das nebenstehende Schema zeigt, wie dieses Prinzip bei dem Lipmann-Apparat realisiert ist. Man sieht 2 Räder; das untere Rad K wird durdi ein genaues Federuhrwerk in gleichförmige, kontinuierliche Rotation versegt; es sei daher als „kontinuierliches“ Rad (K) bezeichnet. Im Schema ist die Kraft der Einfachheit halber durch ein Gewicht angedeutet. An diesem Rade sind, senkrecht zu seiner Ebene, Stifte aufgesegt, die in die Zähne des oberen Rades eingreifen. Dieses legtere soll ruckweise rotieren und ist daher mit R bezeichnet. So oft nun ein Stift des kontinuierlichen Rades nach oben kommt, nimmt er das Zahnrad ein Stück mit; dann steht dasselbe wieder still, bis der nächste Stift nach oben kommt und in den nächsten Zahn eingreift. Durch diesen einfachen Mechanismus wird das Zahnrad in der Tat ruckweise fortbewegt, und mit ihm bewegt sich ebenso die Silben-Trommel.
Die beiden umstehenden Figuren zeigen die nähere Ausführung der Konstruktion. Die erste Figur gibt die Vorderansicht des Apparates. Das Werk ist zum grögten Teil durch den Schirm 16 verdeckt, der nur 2 rechteckige Oeffnungen 11 hat, durch die man die Silben, u. zw. jedesmal nur eine sieht. Redits hinter dem Schirm ist der Kasten 1 mit dem Uhrwerk zu sehen. Dasselbe wird mittels der Kurbel 2 aufgezogen. Der kleine Hebel 3 dient zum Ingangsegen und Arretieren des Werkes. Mittels der Schraube 4 kann man den Gang verlangsamen und beschleunigen, u. zw. verhalten sich die extremen Geschwindigkeiten ungefähr wie 1:2*/*« Zur weiteren Variierung der Geschwindigkeit dient eine andere Einriditung, die unten besprochen ist. Die erwähnte Schraube ist mit einer groben Kreisteilung versehen, die es ermöglicht, den Apparat auf eine bestimmte Geschwindigkeit mit hinreichender Genauigkeit einzustellen
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