﻿SPINDLER & HOYER « GÖTTINGEN.
vorher, aber die Pause zwischen je zwei Rucken ist 6 mal so grog. Dadurch hat das Werk Zeit zum Anlaufen und der Versuchsleiter Zeit zum Arretieren.
Wie zu Trefferversuchen, so lägt sich der Apparat auch zu anderen Reaktionsversuchen und ebenso zu den in Punkt i) der Vorbemerkung erwähnten tachisto-skopischen Versuchen verwenden.
Der Apparat ist auf ein Tischchen aufgesegt, damit die Diaphragmen, wenn man das Ganze auf einen Tisch von normaler Höhe stellt, in Augenhöhe kommen. Die Füge des Tischchens sind mit Filz unterlegt, damit einerseits keine Schallübertragung auf die Unterlage stattfindet, und damit andererseits diese nicht beschädigt wird.
Preis Mit. 330.—
No. 215. (Jedächtnisapparat, Eigeukoiistruktiou. Audi bei diesem Apparate ist eine mechanische Erzeugung der Rucke gewählt, um Elektrizität und Nebenapparate zu vermeiden. Das Prinzip ist ebenfalls dasselbe wie beim vorigen Apparat, indem wieder erst eine kontinuierliche Drehbewegung hervorgerufen wird, welche dann ihrerseits die Ruckbewegung erzeugt. Jedoch ist die Art, wie aus der kontinuierlichen die Ruckbewegung entsteht, eine ganz andere. Sie wird durdi das
nebenstehende Schema veransdiau-licht. Die treibende Kraft, ein Gewichtsuhrwerk, versegt eine horizontale Scheibe in gleichförmige, kontinuierliche Rotation, sie sei daher wieder als kontinuierliche Scheibe (K) bezeichnet. Sie greift mit ihrem Rande ein wenig in die Einkerbungen eines Zahnrades ein, mit dem die Trommel in fester Verbindung steht, und welches somit ruckweise rotieren soll; dasselbe sei daher mit R bezeichnet. Die kontinuierlidie Scheibe ist in der aus dem Sdiema ersichtlichen Weise an einer Stelle längs ihres Randes eingeschnitten und der so entstehende Streifen nadi unten gebogen. Wenn sie sidi in der Richtung des Pfeiles dreht, und das abwärts gebogene Stück in die Einkerbung des Zahnrades R eingreift, so wird dieses auf der linken Seite gehoben u. zw. so hoch, als der Streifen abwärts gebogen ist; und dieser ist gerade so viel abwärts gebogen, als die Einkerbungen voneinander entfernt sind. Indem sich dieses Spiel bei jeder Umdrehung von K wiederholt, wird das Rad R jedesmal ruckweise einen Zahn weiterbewegt.
Die Kinematik kennt verschiedene Arten, aus einer kontinuierlichen eine ruckweise Drehbewegung zu erzeugen. Unter ihnen wurde vom Mechaniker Spindler & Hoyer die eben beschriebene aus folgenden Gründen gewählt. Die Hebung des Zahnrades, also die Ruckbewegung sefet hier allmählich ein und hört wieder allmählich auf; dadurch ist ein plötzlicher Anprall und damit starkes Zittern und starkes Geräusch vermieden. Ferner ist ein Weiterschnellen der Trommel nach dem Ruck ausgeschlossen, da das Zahnrad nach dem Ruck durch den nicht aufgebogenen Rand der kontinuierlichen Scheibe in Zwangsführung gehalten wird. Freilidi sind diese Ziele nicht vollkommen erreidibar, da ein gewisser toter Gang stets vorhanden sein mug.
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