﻿SPINDLER & HOYER » GÖTTINGEN.
Apparate, die speziell zu solchen Versuchen dienen, hat man Ta ch ist o p h one genannt. Indessen steht nichts im Wege, den schon geläufigen Namen Tachistoskop auch auf diese Apparate auszudehnen, umsomehr als sich eine Reihe von Apparaten sowohl für akustische wie für visuelle Reize verwenden lassen.
Um eine tachistoskopische Exposition zu erreichen, werden die verschiedensten mechanischen Hilfsmittel benutjt. Es seien hier kurz die Hauptprinzipien der Konstruktion angedeutet.
Man hat einen Schirm mit einem Spalt vor dem zu exponierenden Objekt fallen lassen (Falltachistoskop). Wenn der Spalt vorbeikam, war das Objekt sichtbar. Je kleiner der Spalt war, oder je schneller der Schirm fiel, desto kürzer war die Expositionszeit. Statt der Schwere hat man dabei auch Federkraft verwendet (wie beim Momentverschlug). Da ferner das Auffallen des Schirmes stets mit Geräusch verbunden war, so ersetzte man ihn durch eine Scheibe oder einen Ring mit einem freien und verstellbaren Sektor nach Art der Episkotister, oder durch ein Pendel mit variablem Spalt (Pendeltachistoskop, Spaltpendel). Schlieglich hat man statt eines Schirmes zwei verwendet, die hintereinander in bestimmtem Zeitintervall fielen, und von denen der eine das Objekt aufdeckte, der andere verhüllte. Natürlich ist dann ein Zeitapparat nötig, der die Zwischenzeiten bestimmt (Kontaktpendel, Zeitsinnapparat, auch Kymo-graphion).
Wie in diesen Fällen das Objekt verdeckt bezw. aufgedeckt wird, so können auch die das Objekt beleuchtenden Liditstrahlen unterbrochen werden.
Endlich ist das Prinzip zu erwähnen, das bei den Gedächtnisapparaten, freilidi in sehr roher Weise, realisiertist. Diese lassen sich, wie oben (S. 137 m.) erwähnt, ebenfalls zu tachistoskopisdien Versuchen verwenden. Sie gestatten, eine Silbe mehr oder weniger plöglich hinter einem Spalt erscheinen und nach variierbarer Zeit mit einem ebensolchen Ruck wieder verschwinden zu lassen. Man vermeidet aber bei den eigentlichen Tachi-stoskopen dieses Prinzip, das Objekt selbst zu bewegen. Wenn indessen das Objekt so schnell kommt und verschwindet, dag keine Bewegung gesehen wird, so ist nicht einzusehen, weshalb dieses Prinzip zu verwerfen sein sollte. Bei den Gedächtnisapparaten ist diese Bedingung freilich nicht erfüllt.
Für akustische Reize kommt zu diesen Prinzipien noch das der Sirene hinzu. Damit dürfte die Liste der bis jegt angewendeten Prinzipien erschöpft sein. Nicht alle diese Prinzipien kommen bei den Apparaten, die in diesem Katalog angeführt sind, vor. Sie sind aber doch erwähnt, weil in Naditrägen des Kataloges die Liste der Apparate ergänzt werden wird. Bei der Ausführung ergeben sich natürlidi noch viele Differenzierungen, die hauptsächlich durch die versdiiedenen Forderungen, welche man an die Apparate gestellt hat, bedingt sind. Es ist von Wert, bei der Wahl des Apparates sich diese Forderungen gegenwärtig zu halten. Im folgenden seien dieselben angeführt.
a) Die Exposition soll möglichst plötzlich gesdiehen. Man soll nicht die Bewegung oder das allmähliche Kommen und Verschwinden des Spaltes oder des Reizes merken, und es sollen nicht die einen Teile des Objektes früher wahrgenommen werden als andere. Man versucht dies zu erreichen durch möglichst schnelle Bewegung des Spaltes, oder indem man das Lichtbüschel an möglichst engen Stellen unterbridit, z. B. nahe dem Auge oder in der Brennebene. Ein sehr einfacher und sinnreicher
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