﻿SPINDLER & HOYER . GOTTINGEN.
das vor der Exposition sichtbar ist, bezw. der Fixationspunkt, die gleiche Entfernung vom Beobachter haben wie der Reiz. Inwiefern die einzelnen Apparate diesen Forderungen genügen, ist bei den Beschreibungen näher ausgeführt.
f)	Nicht alle Tachistoskope für visuelle Reizung gestatten binokulare Betrachtung. Tatsächlich kommt man in den meisten Fällen mit monokularer Betrachtung aus. Nur spezielle Raumprobleme erfordern die erstere. Freilich hat die binokulare Betrachtung, namentlich wenn, wie es meistens der Fall ist, ein Fernrohr dazukommt, den Nachteil, dag die Versuchsperson in ungewohnte Situation verseht wird. Für Psychiater wird dies von Bedeutung sein, ebenso in Fällen, wo nur wenige Versuche angestellt werden können, (z. B. bei Demonstrationen und in Übungen). Sonst stört dieser Umstand aber nicht, da man sich sehr schnell an die Situation gewöhnt.
g)	Speziell bei akustischen Versuchen ist es wichtig und zugleich schwierig, einen vollständig sicheren Abschluss des Tones zu erzielen, so dag er nur während der kurzen Expositionszeit zu hören ist. Häufig dringt nämlich auch vor und nach derselben eine schwache Welle durch und man hört einen leisen konstanten Ton. Man wird sich bei der Wahl des Apparates Rechenschaft geben müssen, ob bei den besonderen Zwecken, für die man ihn anwenden will, dieser Ton stören und die Resultate beeinträchtigen würde oder nicht. Es wird in der Beschreibung der einzelnen Apparate, sofern sie überhaupt für akustische Versudie in Betradit kommen, angegeben werden, ob diese Fehlerquelle vorhanden ist oder nicht, bezw. wie sie vermieden ist.
h)	Es gibt einige speziellere Untersuchungen, die auch speziellere Forderungen stellen. So hat man Versuche angestellt, um kurz hintereinander, aber in variabler Zwischenzeit, 2 Reize tachistoskopisch darzubieten. (Tachistoskop nach Schumann); oder man hat in einem grögeren, dauernd exponierten Reizkomplex nur einzelne Stellen (Buchstaben in einem Wort u. dgl.) tachistoskopisch verändert (Spiegeltachistoskop nach Wirth, siehe Nachtrag) ; oder man hat neben dem tachistoskopisch dargebotenen Reiz einen Reiz dauernd exponiert, um beide hinsichtlich ihrer Intensität, Helligkeit etc. vergleichen zu können (Tachistoskop nach Marbe) usw., usw.
i)	Einige Apparate lassen sich auger zu tachistoskopischen Versuchen auch zu anderen, Nebenzwecken verwenden und werden dadurch vielseitiger und wertvoller. So ist z. B. das Tachistoskop nach Schumann auch als Stroboskop zu verwenden.
k)	Wie bei allen Apparaten wird man auch hier die Forderung der Einfachheit stellen. Man wird es unter sonst gleichen Umständen vorziehen, wenn keine Nebenapparate (Motor, Tourenzähler, Kontaktpendel etc.) nötig sind, wenn man keine Elektrizität oder besondere Beleuchtungsvorrichtungen braucht. Ein einfaches Tachistoskop für die Praxis des Psychiaters, das leicht transp ortierbar ist, wäre ein Bedürfnis, ist aber bis jegt wohl noch nicht gebaut.
l)	Endlich wird man auch einen Apparat fordern, der sich zur Demonstration und für Mass enversuche eignet. Von den im Folgenden angeführten Apparaten sind für diesen Zweck nur das Tachistoskop nach Marbe No. 229 und alle Apparate, sofern sie für akustische Reizung dienen, verwendbar. Für primitive Schulversuche mag ein in den Strahlengang einer Projektionsvorrichtung eingeschalteter Momentverschluss genügen.
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