﻿SPINDLER & HOYER - GÖTTINGEN.
rechts ein Spalt frei. Die Skala darüber gestattet, die Gröge dieses Spaltes abzulesen. Blickt man nun von vorne gegen den Ring, der mit Ausnahme des erwähnten Spaltes ganz geschlossen sein mag, so wird ein dahinterstehendes Objekt so lange sichtbar sein, als eben der Spalt vorbeizieht. Wie bei den vorher beschriebenen Apparaten wird die Expositionszeit durch Variierung der Spaltbreite verändert, nachdem man vorher die Rotationsgeschwindigkeit des Rades so reguliert hat, dag durdi Variieren der Spaltbreite der nötige Bereich von Expositionszeiten herauskommt.
Die Anwendung eines grogen Rades statt einer Scheibe von relativ kleinem Durchmesser hat Vorteile. Um die nötige Geschwindigkeit des Spaltes zu erreichen, kann das Rad viel langsamer gedreht werden wie die Scheibe, da der Spalt weit vom Zentrum abliegt und sich entsprechend schneller bewegt. Es folgen somit die einzelnen Expositionen in relativ langen Pausen aufeinander, und, was die Hauptsache ist, man braucht nun, keine eigene Vorrichtung, um die vorhergehenden und nachfolgenden Expositionen unwirksam zu machen. Man kann dies vielmehr mit der Hand durch einen Schirm bewerkstelligen, den man in der Zwischenzeit vor und nach der Exposition wegnimmt bezw. vorhält. Andererseits kann man durch entsprechende Rotationsgeschwindigkeit des Rades die Zwischenzeit doch so kurz machen, dag bei der vorhergehenden Exposition der Fixationspunkt, bei der nachfolgenden der auslöschende Reiz mit Erfolg angewendet werden kann. Für den legteren ist noch eine andere Einrichtung vorhanden, die weiter unten besprochen wird.
Der Apparat gestattet auch, zwei Expositionen von variabler Dauer kurz hintereinander, u. zw. wieder mit variabler Zwischenzeit, zu geben. Hierzu dienen die 2 Oktanten, die in der Figur links oben liegen. Sie sind ähnlich konstruiert wie der früher beschriebene Oktant. Ihre beiden beweglichen Schieber lassen zwischen sich einen variabeln Spalt frei. Derselbe ist jedoch unterbrochen erstens durch ein kleines Stück Ring, an welchem die 2 Schrauben zum Befestigen der Oktanten sigen. Zweitens sind an diesem Ringstück 2 drehbare Schirmchen angebracht, die in der Figur sdiräg nach hinten stehen. Wenn nun diese Stelle des Rades vor dem Auge vorbeizieht, so entstehen knapp hintereinander 2 Expositionen. Der Zwischenraum zwisdien ihnen ist umso gröger, einen je stumpferen Winkel die 2 Schirmdien bilden, und umso kleiner, je spiger derselbe ist. So lägt sich also die Zwisdienzeit regulieren. Die Dauer der 2 Expositionen selbst wird durch die 2 ersterwähnten Schieber reguliert. Will man diese Einrichtung nicht benugen, so schiebt man die Schieber zu, sodag der Ring an dieser Stelle ganz geschlossen ist.
Benötigt man eine grögere Zwischenpause zwischen den 2 Expositionen als sie hier erreichbar ist, so segt man den einen der eben erwähnten 2 Schieber nicht in den unmittelbar anstogenclen, sondern in einen weiter entfernt liegenden Oktanten ein. Freilich lassen sich dann nicht alle möglichen Zwischenpausen herstellen.
Schlieglich ist nodi der Oktant zu besprechen, der in der Figur redits unten liegt. Er dient dazu, kurz nach der Exposition des Reizes ein Licht als „auslöschenden Reiz“ ins Auge zu werfen. Er trägt einen 45° gegen die Ebene des Rades geneigten Spiegel, der, wenn er vor das Auge kommt, ein rechts stehendes Licht in dasselbe reflektiert. Der Spiegel ist verschiebbar und seine Stellung an einer Skala abzulesen. Es lägt sich somit die Zwisdienzeit zwisdien Reiz und auslöschendem Reiz variieren.
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