﻿SPINDLER & HOYER » GÖTTINGEN.
minimale Zeit. Er dient also speziell zur Untersuchung der Frage, ob das durch den einmaligen Reiz erzeugte Bild ebenso hell erscheint wie das Bild, welches entsteht, wenn derselbe Reiz mit einer zur Verschmelzung hinreichenden Frequenz geboten wird, oder ebenso hell wie das flimmernde Bild. Auf einige andere Fragen über Farben, zu denen sich der Apparat eignet, ist weiter unten hingewiesen. Dieser speziellen Verwendung entsprechend ist der Apparat zunächst nicht für Buchstaben u. dgl. eingerichtet, sondern für Farbenreize.
Die Konstruktion ist ähnlich wie beim Tachistoskop nach Erdmann und Dodge, nur werden die Bilder mittels eines Projektionsapparates auf einen Schirm geworfen und statt eines Fallschirmes mit variablem Spalt sind 2 Schirmchen angewendet, von denen das eine den Spalt öffnet, das andere schließt. Die genauere Ausführung ist folgende: In den Strahlengang eines Projektionsapparates wird an der Stelle des Diapositivs ein Schirm eingeseßt. welcher im Abstande von 7 mm zwei Löcher a nnd ß von 2 mm Durchmesser besißt. Von diesen entwirft der Projektionsapparat auf einem Schirm 2 helle, scharfe Bilder. Unmittelbar hinter dem Sdiirm mit den 2 Löchern rotiert eine Sdieibe, deren Form das nebenstehende Schema zeigt. Bei einer Umdrehung wird das Loch a dreimal, ß einmal exponiert. Damit nun ß bei den nächsten Rotationen nicht neuerdings Strahlen durchläßt, sind auf der anderen, der Lichtquelle zugekehrten Seite des Schirmes über dem Loche ß hintereinander 2 Elektromagnete angebracht, die kleine Fallschirm-chen tragen. Diese leßteren sind so geformt, daß das eine das Loch deckt, wenn es vom Elektromagneten hochgehalten wird, und daß das andere das Loch erst beim Fallen verschließt. Der durch die Elektromagnete gehende Strom wird nun durch eine Kontaktvorrichtung am Tourenzähler, welcher an der Welle der rotierenden Scheibe sißt, bei jeder 100. Umdrehung geöffnet. Durch geeignete Stellung der Kontakte wird sodann zunächst der erste Schirm losgelassen, u. zw. so, daß er fällt, bevor vor dem Loch ß der freie Sektor der rotierenden Scheibe erscheint, und darnach wird in dem zweiten Elektromagneten der Strom geöffnet, u. zw. wieder in einem solchen Zeitpunkt, daß der Schirm bereits gefallen ist, bevor der freie Sektor das 2. Mal vor ß vorbeizieht.
Außer in dieser speziellen Weise kann der Apparat noch in mannigfadier anderer Weise verwendet werden. Will man nur ein Feld beliebig kurze Zeit und nicht periodisch exponieren, so verschließt man einfadi das Loch «. Durch Einschieben von Rauchgläsern und gefärbten Gläsern kann man die Intensität und Farbe des Bildes variieren. Verwendet man eine Scheibe mit variablem freien Sektor, welche jedoch nur das Loch ß deckt und a dauernd offen läßt, so kann man die Nachbildphasen, welche bei einmaliger kurzer Reizung entstehen, mit dem konstanten Bild von a vergleichen. — Natürlich kann die Form und der Abstand der 2 Löcher auch anders gewählt und so Form und Abstand der Objekte variiert werden. Man hat dann einfach einen anderen Schirm einzuseßen. U. s. f.
Der Projektionsschirm wird dauernd stärker oder schwächer beleuchtet, je nach dem Adaptationszustande, den man erzielen will. Natürlich muß die Beleuchtung stets
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