﻿SPINDLER & HOYER « GÖTTINGEN.
No. 259. Wippe (Stromwender, Kommutator) nach Pohl. Der Zweck des Instrumentes ist derselbe wie beim vorigen. Es unterscheidet sich von diesem dadurch, dag Qu e ck s i 1 ber ko n takte verwendet sind.
In ein rundes Grundbrett aus Holz sind 6 Quecksilbernäpfe eingelassen. Jeder derselben steht mit einer seitlichen Klemme in Kontakt. Die Paare 4 und 5, 3 und 6 der Näpfe (siehe das Schema) sind durch je einen isolierten Kupferdraht verbunden. Über den Näpfen erhebt sich ein Drahtgestelle, welches hin- und hergewippt werden kann und dem Apparat seinen Namen gegeben hat. Es ruht auf 2 Drähten, die in die Näpfe 1 und 2 tauchen, unten in dieselben eingehakt und oben durch ein Hartgummistück, welches gleichzeitig als Griff dient, verbunden sind. Die Drähte reichen nur ein Stück in den Hartgummigriff hinein und berühren sich in demselben nicht. Von jedem der Drähte geht ein halbkreisförmiger Bügel nach abwärts. Kippt man die Wippe nach links, so tauchen die beiden linken Enden dieser Bügel in die Näpfe 3 und 4, kippt man sie nach rechts, so tauchen die anderen Enden in die Näpfe 5 und 6. Dadurch werden aber die Klemmen 1 und
2	im ersten Falle mit den beiden linken, im zweiten mit den beiden rechten Klemmen verbunden.
Man leitet nun den Strom, den man in verschiedener Richtung durch die Apparate senden will, zunächst zu den Klemmen 1 und 2, die deshalb als Hauptklemmen bezeichnet seien. Sie sind schon optisch dadurch ausgezeichnet, dag der Hartgummigriff in ihrer Verbindungslinie liegt. Dann betrachtet man entweder die zwei linken Klemmen
3	und 4 oder die zwei rechten 5 und 6 als die Pole der Stromquelle, leitet also z. B. von 3 aus den Strom in die Apparate und nach 4 zurück.
Dann geht bei der ersterwähnten linken Lage der Wippe der Strom, der bei 1 eintreten möge, zunächst nach 3, von da aus durch die Apparate gegen 4, durch die Wippe nach 2 und zur Stromquelle zurück. Bei der andern, rechten Lage der Wippe geht er von 1 nach 5, von dort durch den diametralen Kupferdraht nach 4, von hier aus durch die Apparate zu 3, 6 und wieder durch 2 zurück. Während er also früher in der Richtung von 3 nach 4 ging, geht er jegt von 4 nach 3, d. h. er ist kommutiert.
Die Wippe lägt sich wie das vorige Instrument auch zu anderen Zwecken verwenden. Zunächst kann sie als Stromschlüssel, d. h. zum Öffnen und Schliegen eines Stromes verwendet werden. Ferner kann man sie als Umschalter benugen. Verwendet man nämlich die Klemmen 1, 3 und 5, so sind bei der einen Lage der Wippe 1 und 3, bei der anderen 1 und 5 in Verbindung. Auch folgende Verwendung ist manchmal von Wert: Wenn man die Wippe z. B. nach links kippt, so sind 1, 3 und 6 einerseits und 2, 4 und 5 andererseits verbunden. Man
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