﻿au der Königlichen Universität Breslau.
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zu bringen. Sie werden daher ständig als Demonstrationsmaterial bei den Vorlesungen und Übungen über vergleichendes Exterieur und bei den Übungen im praktischen Viehmessen benutzt. Da sich der Stall bisher in nächster Nähe der Vorlesungsräume befand, konnten die Studierenden in ausgiebigster Weise die Gelegenheit ausnutzen, die Tiere täglich zu beobachten und das Auge in der Beurteilung der Formen zu üben. Bei der Verlegung des Rasseviehstandes auf das Versuchsfeld fallt dieser Vorteil teilweise fort, dafür werden aber andere Vorzüge dagegen eingetauscht, wie die weitere Beschreibung ergeben wird.
Gelegentlich fanden auch Zucht- und Kreuzungsversuche von schlesischem Rotvieh mit einfarbig roten Ostfriesen und Voigtländern statt; ferner wird der Viehstand dazu benutzt, die Anpassungsfähigkeit der verschiedenen, in Schlesien gehaltenen fremden Rinderschläge bei normalem Futter an die hiesigen Verhältnisse zu prüfen.
Niedergelegt wurden die hier gemachten Erfahrungen in: „die Rinderzucht Schlesiens“ von Prof. Dr. Holdefleiss.
Fütterungsversuche wurden bisher nur in beschränktem Umfange und Molkereiversuche gar nicht unternommen, da die Räumlichkeiten und Stall-einrichtungen dazu nicht ausreichten.1) Der Rasseviehstand bildet natur-•gemäss den wertvollsten und wichtigsten Bestandteil dieses Institutes.
Bei Überführung des Viehstandes in den neuen Stall auf dem Versuchsfelde sind die entsprechenden Vorbedingungen für Fütterungs- und Molkereiversuche geschaffen, so dass der Viehstand auch nach diesen Richtungen hin wissenschaftliche Verwendung finden kann.
In dem Molkereiraum des neuen Stalles werden die wichtigsten und neuesten Geräte der Milchverarbeitung in der Weise Aufstellung findeu, dass sie zu praktischer Arbeit für Versuche und Demonstrationen benutzt werden können. Auch soll die bakteriologische Seite des Molkereiwesens dabei Berücksichtigung finden.
Das Institut für landwirtschaftliche Tierproduktionslehre verfügt ebenfalls über ein Laboratorium, das allerdings vorläufig aus Raummangel mit dem Praktikantenlaboratorium identisch ist. Es bringt diese Vereinigung bei Zunahme wissenschaftlicher Arbeit manche Übelstände und Gefahren für die wissenschaftlichen Arbeiten dieses Institutes mit sich, welche eine Trennung beider Arbeitsstätten in Zukunft erwünscht erscheinen lassen.
Die Sammlungen dieses Institutes bestehen aus einer
a) Sammlung für Tierzuchtlehre. (Tafel IV.) Dieselbe enthält die fast vollständige Zahl der bis jetzt von dem Bildhauer Landsberg in Berlin gefertigten Statuetten von typischen Individuen einer Anzahl von Pferde-, Rinder-, Schaf- und Schweinerassen. Diese von Künstlerhand gefertigten plastischen Tierporträts sind für die Rassenkunde der Tierproduktionslehre eine sehr wertvolle Ergänzung zum Rasseviehstande dieses Institutes, da es der hohen Kosten wegen nicht angängig erscheint, einen
*) Die thatsächlichen Angaben dieses Abschnittes bis hierher verdankt Referent der freundlichen Mitteilung des Herrn Professor Dr. Holdefleiss.