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Das Studium der Landwirtschaft
der Landwirtschaftslehre und ihrer Hilfswissenschaften an der Universität Breslau.
Das Personal der Tierklinik besteht augenblicklich nur aus dem provisorischen Leiter derselben und einem Viehwärter.
Die Sammlung für Veterinärkunde (Tafel V.) enthält zahlreiche pathologisch veränderte Knochenteile (Spat, Schale, die Zerstörung von Rinderkiefern durch Aktinomykose, die Zerstörung des Rinderknies durch Knie-schwamm etc., ferner Konkretionen aus dem Verdauungstraktus. wie Darmsteine, Haarbälle etc.). Sodann enthält sie eine Sammlung von normalen und anormalen Skeletten verschiedener Haustiere ; erstere würden zum Teil in die Sammlung für Tierzuchtlehre gehören, haben aber aus Raummangel vorläufig hier Aufstellung gefunden. Eine nicht unbeträchtliche Sammlung von Spirituspräparaten normaler und pathologischer Art, eine Sammlung von anatomischen Modellen von Teilen des Tierkörpers und des Menschen zur vergleichenden Anatomie, sowie sehr zahlreiche Demonstrationstableaus vervollständigen diesen Apparat.
Das hier vorhandene Material ist zwar nicht sehr reich und noch viel weniger vollständig zu nennen, indessen bildet es eine sehr wertvolle Grundlage, auf welcher weiter zu bauen sehr lohnend wäre. Ohne eine definitive Specialvertretung dieses Faches ist daran aber leider nur in sehr beschränktem Masse zu denken.
3. Das agrikulturchemische und bakteriologische Institut ist erst in neuester Zeit, seit der Neubesetzung der Direktorstelle mit Herrn Professor Dr. Stutzer, dem langjährigen Leiter der landwirtschaftlichen Versuchs-Station zu Bonn a. Rh., aus dem ursprünglich hier errichteten „Institut für Tierchemie“, welches unter Leitung von Herrn Professor Dr. Weiske stand, hervorgegangen. Die Veränderung des Titels dieses Institutes ist keine rein äusserliche Formalität, sondern sie trägt der beträchtlichen Erweiterung des Arbeitsgebietes dieses Institutes unter seiner neuen Direktion Rechnung. Nicht mehr die Chemie in ihrer Anwendung auf den tierischen Ernährungsprozess, sondern neben der gesamten Tierernährungslehre ist auch das ganze Gebiet der Pflanzenernährungslehre, also das ganze Gebiet, welches man vorläufig unter der Bezeichnung: „Agrikulturchemie“ zusummenzufassen pflegt, und ausserdem das grosse Gebiet der landwirtschaftlichen Bakterienkunde in den Rahmen des Arbeitsfeldes dieses Institutes gezogen worden. Dementsprechend gliedert sich die Forschung dieses Institutes in 3 Richtungen, und demgemäss wird es auch das Bestreben sein müssen, den Forschungsapparat für diese 3 Richtungen allmählich auszugestalten und zu vervollständigen.
Vorläufig findet diese Erweiterung der Arbeitsziele dieses Institutes darin ihren Ausdruck, dass Herr Professor Dr. Stutzer das gesamte Gebiet der Agrikulturchemie, d. h. die Ernährungslehre von Haustieren und Kulturpflanzen, und die landwirtschaftliche Bakteriologie in seinen Vorlesungen vertritt, und dass ein landwirtschaftlich bakteriologisches Laboratorium eingerichtet und in Thätigkeit getreten ist.