﻿an der Königlichen Universität Breslan.
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Für die Tierernährungslehre sind aus dem früheren Institute für Tierchemie alle Vorrichtungen übernommen, welche zur Ausführung von Versuchen über die Ernährung der Tiere, über die Ausnutzung der Futtermittel u. dergl. vorhanden waren. Da aber weder ein Eespirationsapparat, noch ein Kalorimeter für grössere physiologische Untersuchungen hier existieren, können vorläufig nur Versuche vorgenommen werden, welche direkt den Bedürfnissen der Praxis sich anscliliessen, um für derartige Fragen eine wissenschaftliche Erklärung zu suchen.
Für die Pflanzenernährungslehre besitzt das Institut noch keine nennenswerten Forschungsmittel. Die wichtigste Grundlage des für dieses Gebiet erforderlichen Apparates, nämlich die Einrichtung zu Vegetations versuchen nach der Methode von Professor Dr. P. Wagner in Darmstadt, ist sowohl für die wissenschaftliche Forschung, als zu Demonstrationszwecken für1 die Studierenden sehr erwünscht und erstrebenswert. Die Topf-Versuche eines solchen Vegetationshauses wären ausserdem auch ein ebenso notwendiges als lehrreiches Supplement, bezw. die unentbehrliche wissenschaftliche Grundlage zu den Parzellen- und Felddüngungsversuchen, wie sie auf dem Versuchsfelde zur Ausführung gelangen. Hoffentlich wird dieser Wunsch in absehbarer Zeit realisierbar sein!
Für beide Zweige der Agrikulturcliemie besteht ein mit allen modernen Mitteln der Untersuchung ausgerüstetes agrikulturchemisches Laboratorium.
Für die landwirtschaftliche Bakterienkunde ist der ganze Apparat für Reinkulturen und Sterilisierung neu eingerichtet worden.
Der hohe Wert der bakteriologischen Forschungen für die Landwirtschaft tritt in neuerer Zeit immer mehr hervor und die Bakterienkunde ist zweifellos dazu berufen, wesentliche Fortschritte auf verschiedenen landwirtschaftlichen Gebieten, wie z. B. in der Lehre der Pflanzenernährung, in der Bodenlehre, in dem Molkereiwesen etc., herbeizuführen.
Die Arbeitsrichtung dieses Institutes bezieht sich z. Z. vorzugsweise auf die Bakterien des Bodens und auf diejenigen Mikroorganismen, welche die stickstoffhaltigen Pflanzennährstoffe verändern und beeinflussen, also beispielsweise auf die Bildung von Salpeter in der Ackererde, die Zerstörung von Salpeter, die Verarbeitung des freien Stickstoffs der Atmosphäre durch Leguminosenbakterien und durch andere Mikroorganismen.
Zunächst wird die Morphologie und die Physiologie dieser Lebewesen rein wissenschaftlich bearbeitet, und es wäre sehr notwendig zur weiteren Durchführung dieser Untersuchungen, das Verhalten dieser Organismen in einer Vegetationsanstalt in dem von lebenden Pflanzen bewachsenen Boden zu verfolgen, also die rein wissenschaftlichen Forschungen an die Erscheinungen und Bedürfnisse der landwirtschaftlichen Praxis anzuknüpfen.
An keiner anderen Universität werden bisher landwirtschaftlich bakteriologische Forschungen dieser Art in grösserem Umfange getrieben, und so wie die Verhältnisse in Breslau liegen, lässt sich hoffen, dass dieses Gebiet in recht erfolgreicher Weise ausgebildet werden könnte, wenn der Forschungsapparat im Laufe der Zeit die dazu erforderlichen Ergänzungen erhielte.