﻿an der Königlichen Universität Breslau.
21
dahin waren die Vorlesungen über Meliorationslehre. Drainage etc. von einem Hochbaufachmanne im Nebenamte gehalten worden. Da aber die Wasserwirtschaft und das Meliorationswesen gerade in Schlesien eine besonders wichtige Rolle in der Landeskultur spielen, entschloss sich das Kgl. Kultusministerium, dem vereinten Drängen der Kreise der landwirtschaftlichen Praxis, vertreten durch die Landwirtschaftskammer, und der Fachvertreter der Landwirtschaftslehre an der Universität Breslau nachzugeben und einen besonderen Lehrstuhl für Kulturtechnik und landwirtschaftliche Maschinenkunde au der Universität- zu errichten, auf welchen der damalige Grossherzoglich Hessische Kulturingenieur Herr Dr. (’. Luedecke aus Mainz berufen wurde.
Die Vorlesung über landwirtschaftliche Baukunde verblieb dagegen in den Händen, in denen sie vorher gelegen hatte.
Der Apparat für Kulturtechnik besteht augenblicklich aus folgenden Einrichtungen:
Dem Leiter desselben stellt ein Amts- und ein Zeichenzimmer zur Verfügung.
Die Sammlungen bestehen aus einer Sammlung für Kulturtechnik, welche aus Raummangel mit der Sammlung für landwirtschaftliche Baukunde vereinigt ist. Die kulturtechnische Sammlung enthält Modelle und Musterstücke für Drainage und Wiesenbau, Apparate zum Feldmessen und Nivellieren, Pläne, Drainageentwürfe etc.
Die Sammlung für la nd wirf s ch a ftlieh eM a s c h in euku nd e (Tafel VI) füllt einen grossen Saal und ist recht wertvoll. Die ganze Sammlung ist vom Ref. gruppenweise in der Aid geordnet, dass sich die Geräte für den ganzen landwirtschaftlichen Produktionsprozess in der Reihenfolge aneinander schliessen, wie sie im .Tahreslaufe nacheinander gebraucht zu werden pflegen. Innerhalb dieser Gruppen ist, soweit das vorhandene .Material es gestattete, die historische Entwickelung der einzelnen Maschinen und Geräte durch die Aufstellung der einzelnen Modelle zum Ausdruck gebracht. Da sieht man die historische Entwickelung des Pfluges von der Gegenwart (Dampfpflug) bis in die Zeit zurück, als man das Eisen nur zum Pflugschar benutzte, da ist die historische Entwicklung der Egge, der Walze, der Drillmaschine, der Mähemaschine, der Dreschmaschine etc. zur Darstellung gebracht. Ausser diesen Modellen (von Handgeräten bis zurück in die Steinzeit) befinden sich Demonstrationstafeln über maschinenbautechnische und konstruktive Einzelheiten an den Wänden und Bildwerke in Mappen zur freien Einsicht,
Der ganze kulturtechnische Apparat stellt in seiner jetzigen Verfassung einen Krystallisationspunkt dar, der nach verschiedenen Seiten hin ausgebaut werden könnte und müsste. Die ( »rganisation gestattet seinem Leiter die vollste Bewegungsfreiheit,
Ausser dem Leiter desselben ist vorläufig noch keine Hilfskraft vorhanden.
Mit den Mitteln dieses Apparates soll nicht erstrebt werden, Kultiir-techniker von Fach auszubilden, wohl aber den studierenden Landwirten