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Pas Studium der Landwirtschaft
Staatswissenscliaften von Conrad, Elster, Lexis und Lotting, das Handbuch des Verwaltungsrechts von v. Stengel, das kleine Konversationslexikon von Meyer, das Landwirtschaftslexikon von G. Krafft, die Handbücher des Grundbesitzes der vier östlichen Provinzen, die Statistik des Weltverkehrs von Neumann-Spallert, die jährliche Übersicht über das landwirtschaftliche Versuchswesen und die Thätigkeit der landwirtschaftlichen Versuchsstationen Preussens etc. etc.
Diverse Karten von Deutschland und Schlesien, eine Übersichtskarte über das landwirtschaftliche Versuchsfeld der Kgl. Universität Breslau, die Büsten von Th a er, Koppe, Liebig und Jul. Kühn vervollständigen den Wandschmuck dieses in seiner Ausstattung zwar einfachen aber gemütlich eingerichteten Lesezimmers.
Ein Schreibtisch nebst Schreibutensilien bietet Gelegenheit. Notizen und Excerpte zu machen.
Die Benutzung des Lesezimmers ist eine sehr rege; es ist der beliebteste Sammelpunkt der Studierenden zwischen den Vorlesungen, und auch zu anderen Tageszeiten ist es selten unbesucht.
Durch die Reichhaltigkeit der hier ausgelegten periodischen landwirtschaftlichen Faelilitteratur wird zweierlei bezweckt:
1.	sollen die Studierenden dadurch Gelegenheit erhalten, die wichtigsten wissenschaftlichen und Tageszeitschriften der Landwirtschaft und ihrer Hilfsfächer durch eigenen Einblick kennen zu lernen, um durch diesen Überblick für die Auswahl der im späteren Leben von ihnen zu haltenden Zeitschriften einen gewissen Anhalt zu gewinnen, und
2.	soll den Studierenden damit die Möglichkeit gegeben werden, während ihrer Studienzeit den Fortschritten und Tagesfragen, welche in diesen Zeitschriften ihre erste Veröffentlichung erfahren, jederzeit zu folgen und geistig daran teilzunehmen.
Es soll nach Absicht des Referenten den Studierenden durch die möglichst gute Ausstattung und bequeme und angenehme Benutzbarkeit des Lesezimmers die Lektüre von landwirtschaftlichen Fachzeitschriften gewissennassen zu einem unentbehrlichen Bedürfnis anerzogen werden, damit im späteren praktischen Leben die Anregungen der Studienzeit durch Fortsetzung der Lektüre einzelner Zeitschriften wach erhalten werden, und die ehemaligen Studierenden später davor bewahrt bleiben, in stumpfe Indoleuz und in einen handwerksmässigen Betrieb ihres Gewerbes zu versinken. Gerade der Landwirt in seiner isolierten Lebensführung bedarf derartiger Anregungen von aussen mehr als jeder andere Berufsstand, und daher ist es von höchster Wichtigkeit, das geistige Band mit der Studienzeit lebendig und frisch zu erhalten. Zu dem Zweck scheint neben anderen Dingen ein gewisses Mitgehen mit der landwirtschaftlichen Litteratur ein einfaches und sicheres Mittel zu sein. Aus diesen Gründen ist die reichhaltige Ausstattung eines solchen Lesezimmers weder ein Luxus, noch etwas Nebensächliches, sondern etwas Notwendiges und Wichtiges, denn man muss in Betracht ziehen, dass der junge Landwirt keine Passion für Bücher und Zeitschriften aus der Praxis nach der Universität mitzubringen pflegt. Das Verständnis und Interesse dafür soll in ihm hier