﻿an der Königlichen Universität Breslau.
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lehre im engeren Sinne der Zeit nach in die Zahl der im Laufe des Semesters für diesen Zweck zur Verfügung stehenden Abende in der Weise geteilt, dass jeder mit seinen seminaristischen Übungen alle 14 Tage herankommt und die Hälfte des gesamten Gebietes der Landwirtschaftslehre darin behandelt.
Referent betrachtet diese Übungen als Mittel, das was in der Studienzeit an Einzelheiten gelernt wurde, zu Gesamtbildern und wissenschaftlichen Überzeugungen bei den Studierenden herauszuarbeiten, sie also gewissermaßen allmählich wissenschaftlich zu reifen. Er setzt dabei naturgemäß eine Summe von praktischem Können und theoretischem Wissen voraus, wenigstens bei denjenigen Studierenden, welche sich aktiv oder produktiv an diesen Übungen beteiligen wollen. Jedes Wiederkäuen von Kollegheften ist verpönt ; die Arbeit in diesen Übungen soll vielmehr über die Vorlesungen hinausgehen, dieselben vertiefen und ergänzen, sie soll von seiten der Studierenden auch eine selbständige Extraarbeit bedeuten, durch welche sie zum selbständigen kritischen Denken und zu selbständiger wissenschaftlicher Forschung angeleitet werden.
Zu dem Zwecke werden in diesen Übungen z. B. Exkursionen, welche vom Referenten veranstaltet wurden, in Referaten kritisch verarbeitet; es werden vor Exkursionen unter die Studierenden gewissermassen Rollen verteilt, indem diejenigen, welche sich dazu bereit erklären, einzelne Teile der besuchten Wirtschaft ganz besonders scharf ins Auge fassen, sich an Urt und Stelle Notizen machen und nachher ein kleines schriftliches oder auch mündliches Referat im Seminar darüber erstatten, über welches dann kritisch diskutiert wird. Dadurch wird bezweckt, die Studierenden zu raschem und intensivem Sehen und Überblicken anzuleiten, ihr kritisches Urteil und Orientierungsvermögen auszubilden. Liegen nicht Exkursionen als Material für die Übungen vor, so werden Referate über neue Erscheinungen der Litteratur erstattet (wodurch zur Lektüre dieses und jenes Buches angeregt wird), oder es werden kleinere oder grössere Aufgaben gestellt, welche sich im Rahmen von Examenarbeiten zu halten und selten darüber hinauszugehen pflegen, oder es werden Bruchteile von Doktorarbeiten vorgetragen und diskutiert, welche gerade im Werden begriffen sind, oder Fragen diskutiert, welche die Seminarteilnehmer erörtert zu sehen wünschen.
In diesem Sinne können jüngere wie ältere Semester an diesen Übungen teilnehmen, erstere zuhörender, letztere mitarbeitender Weise. Sehr erwünscht und zweckmässig ist es, wenn den landwirtschaftlich seminaristischen Übungen der Besuch des staatswissenschaftlichen Seminars vorangegangen ist.
Ein Protokoll sorgt für die Fixierung der Verhandlung und für die Anknüpfung von einer Sitzung zur andern.
Prof. Holdefleiss teilt über die Auffassung und Methode der von ihm auf den Gebieten der Tierproduktionslehre, der Ackerbau- und Düngerlehre abgehaltenen seminaristischen Übungen folgendes mit:
„Die Übungen bestehen in:
1. Ausarbeiten und Halten von Vorträgen seitens der Studierenden über bestimmte, vom Professor vorgeschlagene Themata, sei es in Form