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Das Studium der Landwirtschaft
schein ausstellt, auf Grund dessen ein Belegen von Vorlesungen stattfinden kann. Hospitanten werden aber zu den Prüfungen nicht zugelassen, wenn sie auch studieren dürfen, solange sie wollen, sofern sie sich den allgemeinen Vorschriften für die Studierenden fügen und dieselben befolgen. Unter den studierenden Landwirten pflegen in Breslau durchschnittlich 10—14% Hospitanten zu sein.
Die studierenden Landwirte sind im übrigen vollkommen denselben Gesetzen und Vorschriften unterworfen, wie alle übrigen Studenten der Universität Breslau, und gemessen auch genau dieselben Vorrechte und Privilegien wie diese, kurz sie sind in jeder Beziehung der ganzen übrigen Studentenschaft völlig gleichgestellt und bilden einen organischen Teil derselben.
Auch an der Universität Breslau bestellt ein akademisch landwirtschaftlicher Verein, welcher 1884 zum zweitenmal auf Anregung von Herrn Prof. Dr. Holdeflleiss gelegentlich des Breslauer Maschinenmarktes gegründet wurde. Derselbe gehört dem Verbände akademisch landwirtschaftlicher Vereine an deutschen Hochschulen an und ist eine nicht farbentragende, wissenschaftliche Verbindung, welche allwöchentlich einen wissenschaftlichen Abend abhält, an welchem von einem der Vereinsmitglieder, gelegentlich wohl auch von einem Docenten, ein Vortrag gehalten wird, an welchen sich eine Diskussion anschliesst, Die Studierenden lernen dadurch in parlamentarischer Form sachlich diskutieren, ihre Ansichten festigen und verteidigen, und ausserdem werden in massvollen Grenzen die Formen studentischer Geselligkeit gepflegt.
Die Docenten nehmen regen Anteil an den wissenschaftlichen mul geselligen Bethätigungen dieses Vereins, so dass derselbe eine durchaus nützliche Ergänzung des Studiums der Landwirtschaft darstellt.
E. Die Frequenz des Landwirtschaftsstudiums an der Universität Breslau.
Nachstehende Tabelle giebt, eine Übersicht über die Entwickelung der Frequenz des Landwirtschaftsstudiums an hiesiger Universität, Die Zahlen sind nach dem amtlich geführten Frequenzjournal ermittelt und durchgängig höher, als die Personalverzeichnisse der Universität sie angeben. Trotzdem aber sind diese hier in der graphischen Darstellung (S. 55) berücksichtigten Zahlen die richtigeren, weil sie die Hospitanten und die Nachzügler mit enthalten, welche beiden Gruppen im Personalverzeichnisse unberücksichtigt bleiben.
Bei dieser Darstellung sind die wirklichen Landwirte von Beruf von den Studierenden anderer Fächer, welche nur landwirtschaftliche Vorlesungen hören, strenge getrennt gehalten und es wurden der Statistik strengstens nur die Vorlesungen zu Grunde gelegt, welche unzweifelhaft zur Landwirtschaftslehre und ihren Hilfsfächer gezählt werden müssen und welche, wenn die Landwirtschaftslehre an der Universität Breslau nicht vertreten wäre, an der hiesigen Universität überhaupt nicht gelesen werden würden. Es