﻿287
Z ö Iffel, Physiologisches Institut der Universität Marburg.
288
Eiehenriemenhoden, die übrigen Bäume Kiefernholzfufsboden erhalten. Um die Zugänglichkeit der Rohrleitungen unter den Dielen zu wahren, sind diese an den betreffenden Stellen auf-geschraubt, oder es wurden dort Priese eingelegt
Die Thüren sind aus bestem ostpreufsischen Kiefernholz, die Penster aus Eichenholz gefertigt Pür reichliche Lüftung im Sommer und besondere Pälle sind die Oberflügel der Penster um ihre untere Achse drehbar als Klappflügel hergestellt und mit dem in Abb. 10 dargestellten Beschläge*) versehen worden.
geschlossen.
geöffnet.
Abb. 10.
Beschlag der Pensteröberflügel als Klappflügel zur Lüftung.
Sämtliche Treppen mit Ausnahme einiger hölzernen Bodentreppen sind aus rothem harten und feinkörnigen Sandstein aus der Nähe Marburgs ausgeführt und haben zum Theil verzierte schmiedeeiserne Geländer erhalten. Geschmiedete Gitter sind vor allen Fenstern des Kellergeschosses angebracht Wo die Mauer-Ecken nicht durch Haustein gebildet sind, wurden sie durch Winkeleisen, die mit dem Putz bündig liegen, geschützt. Wände und Decken sind in einfachster Weise mit Leimfarbe gestrichen, doch haben Vorhalle, Plure, Treppenhaus und Hörsaal einigen Schmuck erhalten. Der untere Theil der Wände in den Laboratorien und Fluren ist bis zu 1,5 m Höhe mit Oelfarbe gestrichen.
Von ganz besonderer Wichtigkeit für die Benutzbarkeit des Institutes ist seine Ausstattung mit den Leitungen für Wasser, Schmutzwasser, Gas, elektrisches Licht und Femsprech-betrieb. Das Wasser wird dem Institut durch eigene Leitung von der städtischen Hauptleitung in 80 mm weiten Bohren zugeführt und tritt zunächst, ohne den Wassermesser zu durchlaufen, durch 51 mm starke Böhren in die sechs in den verschiedenen Treppenhäusern vertheilten Wasserstöcke. Neben der Thür zum chemischen Laboratorium ist auf dem Flure noch eine Brause an dieser Leitung angebracht, die von Personen, deren Kleider mit Aether oder Spiritus begossen und in Brand gerathen sind, sofort benutzt werden kann. Die Leitung für den täglichen Verbrauch geht dann durch den Wassermesser. Sie ist aus 38 und 25 mm weiten, schmiedeeisernen Muffenrohren und 19 mm weiten, starkwandigen Bleirohren gebildet. Die oberen Endigungen der Steigerohre sind mit Windkesseln versehen. In Höhe der Kellersohle ist der Wasserdruck etwa
*) Benschs patentirter Oberfenster-Verschlufs mit Fanghaken (D. B. P. Nr. 31254) vgl. Centralblatt d. Bauverwaltung 1885 S. 492.
41/2 Atm. stark und wird im KeEer- und Erdgeschofs zum Treiben von kleinen Wassermotoren benutzt. Alle Auslaufhähne sind mit einer Vorrichtung zur Verhinderung des Spritzens versehen, welche in der Theilung der Auslaufmttndung durch ein entsprechend langes Eisenblech und in einer inneren Erweiterung des Echten Baumes vor derselben besteht. Die Becken an den chemischen Arbeitsplätzen sind aus braunglasirtem Thon von March u. Söhne in Charlottenburg nach besonderer Zeichnung für die Tische passend geformt (Abb. 11). Sie sind mit Schlamm-
Abb. 11. Becken an den chemischen Arbeitsplätzen.
Ansicht.	Aufsicht.	Schnitt
fang, Kappe und Sieb versehen, die übrigen Becken sind zumeist Waschbecken und aus sog. engEschem Porcellan. Aufser-dem sind die aus Sandstein hergesteflten grofsen und tiefen Spültröge zu erwähnen; sie wurden erforderiich im DestilErfaum, im Baume für Glassa^chen und ChemicaHen, im Glühraum und Vorbereitungszimmer. Die Vorrichtungen zum Abtropfen sind aus Holz hergesteEt. Um einen thunlichst guten Geruchver-schlufs zu erzielen und zur Schlammentfemung wurden am unteren Ende der Hauptabflufsrohre gröfsere Syphons angebracht. Hier schhefst sich die unter der Plattung des KeEergeschosses liegende Thonrohr-SammeEeitung an, durch welche sich das verbrauchte Wasser zunächst in einen mit Schlammfang versehenen grofsen Schacht aufserhalb des Gebäudes ergiefst und zugleich mit dem übrigen Tagewasser des ganzen Grundstückes der überwölbten Ketzerbach zugeführt wird (vgl. den Lageplan Abb. 15).
Pür die Gaszuführung wurde eine 75 mm weite Leitung von der städtischen Hauptleitung abgezweigt Abstellhähne sind neben dem aufserhalb des Gebäudes befindEchen Haupthahne noch so angeordnet worden, dafs die Gaszuführung für KeEer-, Erd- und Hauptgeschofs einzeln, und zwar sowohl im KeEer, wie auch in jedem der Geschosse abgesperrt werden kann. Zur Erleuchtung des Hörsaales dienen ein Kronleuchter zu zwölf Flammen und vier Wandarme zu je drei Flammen. Zur besonders guten Beleuchtung des Experimentirtisches und der Wandtafeln wurden, nach vielen ungünstig ausgefaEenen Proben mit anderen Mitteln, sehEefsEch zwei Siemenssche Lampen mit Begenerativbrenner beschafft. Aufser seiner Gasbeleuchtung hat der Hörsaal noch elektrisches Licht erhalten. Um den Vorzug dieser Beleuchtungsart, die MögEchkeit nämlich emer Verdunkelung des Baumes ohne Löschung der Lichter, auch für die Gasbeleuchtung zu gewinnen, wurde die Gasleitung mit entsprechend eingerichteten Hähnen versehen.
Um für einige besondere Lehrzwecke die ursprüngEch nur für den Hörsaal bestimmte elektrische Beleuchtung auch im physiologischen Laboratorium benutzen zu können, ist die elektrische Leitung in diesen Baum geführt worden, doch müssen im BedarfsfaEe die Bogenlampen, von denen nur vier Stück für