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Zölffel, Physiologisches Institut der Universität Marburg.
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men aus Platzmangel nicht für jedes einzelne Rohr zur Verwendung, vielmehr wurden zwei und mehrere Rohre* kurz vor ihrer Mündung zusammengezogen. Wo es anging, wurden die im Schomsteinkasten befindlichen Rauchrohre mitten durch den Luftsauger und über denselben hinaus geführt Die Sauger haben sich ohne weitere Nachhülfen nach den angestellten Messungen als überraschend wirksam erwiesen; nur die Abluftrohre der Abdampfnischen haben aufserdem noch Lockflammen erhalten.
Die Heizung des Institutsgebäudes ist eine vereinigte Luft- und Niederdruckdampfheizung. In einigen Ausnahmefällen, wie bei dem Schwefelwasserstoffraum und bei dem Glüh-und Wageraume, wird die frische Luft aus dem Freien bezw. einem ungeheizten Treppenhause entnommen, im übrigen wird sie in einer im Keller befindlichen Luftheizkammer erwärmt und dem Haupttreppenhause zugeführt, dem sie eine Wärme von 12 °C.’mittheilt Da fast alle zu beheizenden Räume um das Treppenhaus herum liegen, können diese die vorgewärmte Frischluft von dort aus bequem durch Vermittlung der kleinen in ihren Wänden untergebrachten Heizkammern entnehmen. Die in letzteren aufgestelltem Dampfheizkörper besitzen aufser dem beim Anheizen zu bedienenden Entlüftungsventil keine weiteren Ventile; ihre Regelung und Ausschaltung 'wird durch Schluß des Wärmeschutzmantels, mit dem sie umgeben sind, bewirkt. Die erforderliche Frischluftmenge kann den Räumen auch nach Abstellung der Dampfheizung außerhalb der Ummantelung zugeführt werden, eine Mischung tritt beim Oeffnen des Deckels ein. An der Zimmerseite der Heizkammer ßt noch eine untere Oeffnung angebracht, wodurch eine Umlauf-Heizung ermöglicht wird, die für die Erwärmung des Fußbodens dienlich ist. Für diesen Fall kann die durch Zugketten von der Zimmerseite aus stellbare Frischluftöffnung auf der Treppenhaus-seite ganz oder theilweise geschlossen werden. Beide Luft-Öffnungen sind dicht über dem Boden der Heßkammer, aber etwa 18 cm über dem Fußboden der Räume angebracht. Zur zeitweisen Reinigung von Staub ist eine Seite der Heizkammer, wo es anging die Flurseite, mit eiserner Thür versehen. Die dieser Thür zugewendete Fläche der Ummantelung kann abgeschraubt werden, sodafs der Heizkörper vollständig bloßgelegt und erforderlichenfalß aus der Nische herausgenommen werden kann. Die Entlüftungshähnchen der Dampfheizkörper werden außerhalb der Heizkammer ohne Oeffnen der Thüren bedient Die Dampfleitung wie die besondere Dampfwasserleitung liegen dicht unter der Decke des Kellergeschosses; am Fuße der auf-steigenden Rohre befinden sich Wassersammelsäcke von genügender Tiefe (bei höchstens 0,5 Atm. Dampfdruck 0,5 m tief) zur Ueberführung des in den aufsteigenden Dampffohren sich etwa bildenden rücklaufenden Wassers in die etwas tiefer liegende Sammelleitung. Für die Dehnbarkeit der langen Dampfrohrleitung ist durch kupferne Bogenrohre gesorgt. Die Mauerdurchgänge sind mit Muffenrohren umgeben, alle Leitungsrohre im Keller sind mit schlechten Wärmeleitern umhüllt, und zwar besteht die Umhüllung aus zusammengepreßter Torfmasse in längs aufgeschnittenen dickwandigen Hohlcylindem, welche zunächst mit Draht um die Rohre festgebunden, in den Fugen mit Asbestmasse gedichtet, darüber mit Leinwandstreifen fortgesetzt umwickelt und mit Oelfarbe überstrichen.wurden.
Zur Dampferzeugung dienen drei Niederdruckdampfkessel, deren Dampfrohre sich sämtlich im Hauptsammelrohre vereinigen.
Je zwei Kessel werden für die Heßung benutzt, der dritte dient aß Ersatzkessel. Die Aufstellung der drei Kessel in dem beschränkten dazu verfügbaren Raume hat sich gut bewährt, ebenso die Anordnung der Standrohre, die nicht gerade nach oben geführt werden konnten, sondern in einem breiten Mauer-schachte zwischen dem chemischen Laboratorium und dem Flure nebeneinander unterzubringen waren und an ihrem oberen Ende durch eine eßeme Thür von ersterem Raume aus zu übersehén sind. Etwa hochgetriebenes Wasser ergießt sich in den sorgfältig cementirten mit der Entwässerungsleitung des Gebäudes verbundenen Schacht Eine besondere Vorrichtung regelt die Kesselfeuerung thunliehst selbstthätig derart, dafs bei niedrigem Dampfdruck ein reichlicherer Luftzutritt zu ihr erfolgt, während anderseiß eine Einschränkung der Feuerung erfolgt, sobald in einzelnen Räumen die Beheizung durch Schließung des Heizkörperdeckels eingestellt wird und dadurch die Dampfspannung in der ganzen Anlage zunimmt
Im Hörsaale wurden die Dampfheßkörper unter dem Podium angebracht, und die Zuführung der vorgewärmten Frischluft zu ihnen konnte nur durch wagerechte Leitung unter dem Fußboden des Hörsaales erfolgen. Die Heizkörper werden durch Rippenrohre in zwei Abtheilungen gebildet; sie liegen gleichfalls innerhalb eines ßolßmantels und einer kleinen Heizkammer rechts und links der kurzen Mittelachse des Saales. Durch die Canalführung und die angebrachten Klappen läßt sich die Heßung auf Lüftung und Umlauf einrichten. Die an den Heßkörpern erwärmte frische Luft verbreitet sich unter dem Podium, strömt durch die in dessen Setzstufen befindlichen Bohrlöcher in der zum Wohlbefinden geeigneten Zimmertemperatur aus und wßd durch die hochliegenden Abluftöffnungen entfernt Die Bohrlöcher sind in gleicher Größe, jedoch der Zahl nach von unten nach oben abnehmend angebracht. Beim Anheizen, vor Besetzung des Hörsaales, dient die Umlaufeinrichtung. Für sie sind in der untersten Setzstufe große, mit Drahtgittem versehene Ausschnitte angebracht, durch welche die eintretende Zimmerluft in besonderer Canalleitung zum Heizkörper gelangt. Die Regelung der Luftzuführung, sowie der Deckel auf den Heizkörpermänteln und der Umlaufklappen erfolgt seitlich, unter dem Lufgange, durch Kettenzugvorrichtungen. Die Fußboden-theile unmittelbar über den Heizkörpern sind durch verdoppelte Hoßböden und Luftisolirung vor übermäßiger Erwärmung geschützt. Die Keller- und Dachgeschoßräume des Instituts und die Dienstwohnungen haben ausschließlich Ofenheizung erhalten. Von den Oefen sind besonders die eisernen, nach einer von Bickell in Marburg verbesserten Construction von der Karlshütte bei Biedenkopf angefertigten Fülßchachtöfen hervorzuheben, welche einen den ganzen Winter hindurch anhaltenden Brand ermöglichen, die Lüftung bezw. Entlüftung der beheßten Räume bewßken, und deren Heizwirkung und Brennmaterialverbrauch für jede Außentemperatur passend geregelt werden kann.
Der innere Ausbau ßt durchweg einfach gehalten. Ueber die Keller- und Stallfußböden wurde bereits gesprochen. Dß Wohnung des Dieners, die Werkstatt und das Kiystallisa-tionszimmer, sowie die Küche des Institutsdirectors haben Kie-fernhoßfufsboden erhalten. In den übrigen Geschossen sind die Fußböden der Flurgänge mit Thonplatten belegt, ebenso der Glühraum, dagegen sind Destillir- und Schwefelwasserstoffraum mit Sandstein bepßttet, das optische und Wage-Zimmer im Erdgeschoß, die Bibliothek und das Directorzimmer haben
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