﻿Sie imffenfdjaftticfjeu ©runblagen ber ©aafjucbt in 2>eutfd)Ianb.
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fation§=,ßonferenä in Sonbon 1906 borgetragen1), ber im ^aljre 1911 eine brüte ßonferenj in $ari§ folgen toirb.
©d)on Stenbel hatte übrigens 9lu§naï)men bon ber ^rübalenjregel gefunben, unb neuerbingS tjat man nod) biet mehr erfannt, bafs ber Saftarb auch eine Stitteïftellung einneljmeu fann, ober bafs fid) bie elterlichen Sterfmale im Saftarb nebeneinanber, al§ fog. „Stofaifbilbung" geigen tonnen, ©benfo gibt e§ and) nid)t fpaltenbe Sterfmale.
ßaum hatte fid) ba§ ©rftaunen ber ganzen miffenfchafilidjen Söelt über bie Söieberentbedung ber Sienbelfdjen ©efetie etma§ gelegt, fo loarb fie in neues ©r= ftaunen berfejst burd) §ugobeSrie§ irr Stmfterbam, ber un§ 1901 mit bem 1. Sanb feiner „Stutation§theorie" (Seipjig, Setlag bon Seit & So.) überrafchte, bem er 1903 ben 2. Sanb unb fpäter biete ähnliche SBerte2) folgen lief).
Söir bürfen mot)l fagen, bafs neben Stenbel§ Slrbeiten tein SBetf feit Sartoin§ „©ntftehuug ber Sitten" foldje§ Sluffeljen gemad)t l)at toie biefeS SBerf bon be Stiei. @r fudjt barin befanntlid) ju betoeifen, baf) bie Slrten nicht gan^ all» mählich auleinanber Ijerborgetjen, fonbern „bafs fie ftofsmeife entfteljen, unb bafs biefe ©töfse Sorgänge finb, meldje fid) ebenfogut beobachten laffen mie jeber anbere p>d)t)fioIogtfd)e tpro^eh". ©etabe für ben 3üd)ter hat biefeS ftofsmeife, plöfsliche ©nt» fteljen neuer formen eine C)of)e Sebeutung, er braucht, menigftenS ttjeoretifct), nad) bett SluSeinanbetfejmngen bon be Srie§ teine jahrelangen Kulturen jur Umbitbuug einer ^orm, fonbern er hat nur nötig ju fdjauen, ob nicht plöhlid) sine neue fyorm auftritt. Seiber ift ba§ aber bod) nidjt fo ganj einfach, benn nicht jebe abmeidjenbe Sorm ift eine Mutation, fonbern nur biejenige, bie fid) bererbt; bie fid) nicht ber» erbenbe $orm ift nur eine Satiation. Um aber ju fehen, ob Stutation ober Satiation borliegt, ift man gelungen, mehrjährige ßulturen anjufteüen.
Sie ganje Sehre bon ber Sariabilität gerfätlt nad) be SrieS in jjmei §aupt= abteilungen. Sie eine beljanbelt bie ftetS borljanbene inbibibuelle ober fluttuierenbe Sariabilität, bie anbere bie Stutabilität. be SrieS fagt: „Sie ©rfdjeinungen ber Sariabilität merben bon ben 28ahrfd)einlid)feit§gefetsen X)eherrfd)t unb finb mefent» lief) burd) ©rnährung§berhältniffe bebingt. Stuf ihnen beruht bie Silbung ber ber» «beiten SRaffen, namentlich in ber Sanbmirtfdjaft." 2llfo auf ben SrnährungSber» hältniffen beruht bie Silbung ber berebelten Staffen, ba§ finb bie eigenen Söorte bon be Srie§. Stir ift baher nicht recht berftänblid), toie man ber Slnfidjt fein fann, ba§ 9bte Ernährung nicht gut Staffenbilbung führe; e§ heifU ja immer: mir müffen ©orten güchten, meld)e bie ihnen gereichten großen Stengen bon 9tät)rftoffen ■aud) aufnehmen tonnen. 3d) glaube, e§ ift umgetehrt: mir haben burd) gute ©r» nährung bie tßflanjen fo umgebilbet, bah fie ihre fionftitution geänbert haben, bah fie kräftiger, baher aufnahmefähiger unb infolgebeffen ertragreicher gemorben finb.
3m übrigen fann man fid) fragen, ob mirflid) Situationen immer au§ inneren Urfad)en entfteljen. be Srie§ fagt felber, um Stutationen ju erhalten, müffe man
1)	©iepe meinen Sericbt barüber in Stitteitg. b. 2>. 8. ©. 1907, @tüc£ 13.
2)	§ugo -be $rie§, Sitten unb Varietäten unb il)re ©ntftetjung burd) Siutation. Sin bet ltnioerfität bon Kalifornien gehaltene Vorträge. 3në Seutfdje übertragen bon §. Klebahn. SBerlin, Verlag bon ©ebr. Vorntraeger 190G.
Çrtgo be Vrie§, tpftanäenjüdjtung, Seutfd) bon Site;; ©teffeu. Söerlin, Slerlag bon fJaul iparct) 1908.