﻿GRUNDFRAGEN DER ANATOMIE UND PHYSIOLOGIE DES NERVUS VAGUS.
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ich meine den sogenannten N. depressor. Mir ist es zu Teil geworden den Einfluss desselben auf die Venen im allgemeinen und die V. portarum im besonderen einem sorgfältigen Studium zu unterwerfen, wobei es sich ergeben hat, dass eine Reizung des N. depressor den Druck in den Venen des grossen Kreislaufs (Hohlvenen) erhöht, da die bei der Reizung entstehende Erweiterung der Arterien von einem starken Blutandrang nach den Venen begleitet wird, daher der erhöhte Venendruck. Dasselbe musste auch in der Pfortader erwartet werden, doch macht sich hier, wider Erwarten, eine bedeutende Verminderung des Druckes bemerkbar. Dies führt zur Annahme, dass bei der Reizung des N. depressor eine Erweiterung nicht nur der Arterien, sondern auch der Pfortader stattfindet und dass diese letzte Erweiterung den Einfluss des verstärkten Blutandrangs aus den Arterien compensirt und eine Druckerhöhung nicht zulässt. Kurz, alles deutet auf den Tonus der Pfortader hin (siehe meine Dissertation *). Nur auf diese Weise lässt sich diese auf den ersten Blick paradoxe Combination des erhöhten Blutandrangs aus den Arterien und des verminderten Druckes in den entsprechenden Venen erklären.
Die beschriebenen Resultate erhielt ich bei Versuchen an Katzen und Kanin-	l'p‘
chen, bei. denen der Depressor gut entwickelt ist und in bedeutender Länge isolirt werden kann. Doch habe ich ein gleiches manchmal auch an Hunden beobachtet, die einen Depressor als isolirt en Nerven nicht besitzen, wenn das centrale Ende des Vagus mit einem sehr schwachen Inductionsstrom gereizt wird. Durch wiederholte Versuche kann die nötige Stärke des Stroms ermittelt wer • den. Man kann dasselbe Ziel aber noch schneller erreichen,
pin* 4ÜC, Abbild. 6: Depressorische Effect durch Faradisation d. een-v enn man rn-dae mut des	tral> Endeg n vag0.symph< dext. ein< Rundes: ». p. - Teueres vorher eine gewisse	na porta (Blutdruck); a. f.—arteria femoralis; v. c. s.~
Quantität Atropin injecirt. In	vena cava SUP-
diesem Falle ist es möglich auch ohne Resection des Vagus, durch Reizung desselben in toto, einen vollkommenen depressorischen Effect zu erzielen. Letzteres ist für die Methodik wichtig, da Versuche mit der Pfortader an Kaninchen und Katzen sehr schwierig sind. Diese Tiere vertragen Curare ziemlich schlecht; dabei sind auch die Wandungen ihrer Venen sehr dünn und zart und werden bald rissig.
Jetzt einige Worte über den Einfluss des Vagus selbst auf den Kreislauf des Blutes in der Pfortader, wobei wir an die Beantwortung der Frage, ob

VX.S.
') Material, zur Untersuch, der Circulation in der Pfortader, (russisch).