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GRUNDFRAGEN DER ANATOMIE UND PHYSIOLOGIE DES NERVUS VAGUS.
strictore für den Magen und den Dann enthält, weil sonst in der Pfortader eine Verminderung des Druckes, wie durch die Reizung des N. splanchnicus, erfolgen müsste. Die oben beschriebene Druckerhöhung kann auch nicht durch die Mitwirkung von Vasodilatatoren erklärt werden, da in diesem Falle eine allg emeine Verringerung des arteriellen Druckes infolge der Erweiterung der Darmgefässe stattfinden müsste, wie es z B. bei Reizung des Nervus depres-soris beobachtet wird.

Abbild. 10: Einfluss der Faradisation der b iden nn. vagi an der Speiseröhre auf d. Pfortaderblutdruck (v. p.) a. f.—art. femoral. Die mittlere Curve bezeichnet die Con-
tractionen des Duodenums.
Was nun das Verhältnis des Vagus zu den Nieren betrifft, so zeigt uns-die auf diesen Gegenstand bezügliche Literatur, dass die Meinungen der ver schiedenen Beobachter über den Einfiuss des Vagus auf die Blutcirculation in den Nieren J) schroff' auseinandergehen. Die Ursache dieser Meinungsverschiedenheiten liegt wohl 1) in der Unvollkommenheit und Unzulänglichkeit der ange wandten Methoden, 2) darin, dass in den meisten Fällen die Reizung des Vagus am Halse vorgenommen und dadurch Stillstand oder bedeutende Verlangsamung der Herzbewegungen hervorgerufen wurde. Letzteres rief somit während des Versuchs eine neue Erscheinung hervor, brachte in das Experiment Unklarheit und verhinderte die Möglichkeit eines sicheren Urteils. Um diese Misslichkeiten zu vermeiden übte ich den Reiz auf die beiden Vagi im Brustkasten an der Speiseröhre aus, d. h. unterhalb des Abgangs der zu den Lungen und dem Herzen sich hinziehenden Zweige, bediente mich bei dem Messen des Umfangs der Nieren des Plethysmographs oder Onkometers und überzeugte
J) S. meine Abhandlung „Zur Frage über d. Veränderungen im Nervensystem etc.“. Bull. ,d. 1. Soc. d. Naturalist, de Moscou. 1896.