﻿GKUnPFKAGEN DEE ANATOMIE UND PHYSIOLOGIE DES NERVUS VAGUS.
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mich, dass man hoi einiger Uebung leicht und schnell zu beiden Vagi an der Speiseröhre durch einen Schnitt in einen Intercostalraum der linken Seite gelangt '). In keinem Falle bemerkte ich hei der Faradisation des Vagus eine Herabsetzung der onkometrischen Curve, mit andern Worten, es war keine Volumverminderung der Niere eingetreten. Daraus folgt, dass im.Vagus keine vasomotorischen Fasern für die Nieren enthalten sind. (Dies von mir ' erhaltene Resultat hat durch Warlawens Untersuchungen eine Bestätigung erhalten. S. Centralblatt f. Physiologie 1896), während dagegen eine Reizung des N. splan-ehnicus eine sehr bemerkbare und schnelle Volumverminderung der Niere bewirkt
Zum Schluss erlaube ich mir auf einige hierher gehörende Fragen hinzu -weisen, über die es zur Zeit noch nicht möglich ist sich endgültig auszusprechen, die jedoch den oben beschriebenen Erscheinungen sehr nahe stehen und so zu sagen von selbst zu weiteren Untersuchungen auffordern. Wie erwähnt, wird der sogenannte Vaguskern als auch zum N. glossopharyngeus gehörig betrachtet. Meine Untersuchungen haben ergehen, dass der innere Teil dieses Kerns ausschliesslich dem Vagus zukommt; ob nun der übrige Teil desselben dem N. glossopharyngeus angehört, ist eine Frage, die noch experimenteller Prüfung bedarf. Letztere ist um so nötiger, als man sich bis jetzt bei dem Studium des Ursprungs des N. glossopharyngeus im verlängerten Marke auf die Ergebnisse rein anatomischer Untersuchungen gestützt hatte, was nach der sehr richtigen Ansicht Dee’s 2) nicht für genügend angesehen werden kann.
Da ich die Notwendigkeit eines gründlichen Studiums des elastischen Gewebes der Lunge nach der Vagotomie schon erwähnt habe, so bleibt mir nur noch übrig einige Worte über eine bisher noch wenig untersuchte Thatsache zu sagen. Ich meine die Erhöhung des allgemeinen arteriellen Druckes bei der Reizung des peripherischen Endes des Vagus an der Speiseröhre. Ich habe eine solche wohl viele Mal, aber bei weitem nicht immer, wahrgenommen. In den meisten Fällen wurde die Faradisation der beiden Vagi von allen charakteristischen Erscheinungen begleitet, wobei aber der allgemeine arterielle Druck unverändert blieb, folglich ist diese Erscheinung keine constante. In den Fällen, wo dieselbe wahrgenommen wird, würde sie sich leicht erklären, wenn der Vagus ein Vasoconstrictor wäre, doch lässt sich letzteres, wie wir gesehen haben, nicht beweisen, und kann diese Function nicht zur Erklärung jener Thatsache dienen, was die Frage noch complicirter macht.
Dies sind die Themata, che als wünschenswerter Gegenstand experimenteier Untersuchungen dienen könnten. Selbstverständlich enthalten meine Ausführungen bei weitem nicht alles, was über den Vagus gesagt werden könnte. Ich habe es mir hauptsächlich angelegen sein lassen, diejenigen Seiten dieses Gegenstandes zu beleuchten, die in die Sphäre meiner eigenen Erfahrungen gelangt waren und das Object meiner eigenen Untersuchungen gewesen sind. Das Thema als Ganzes betrachtet ist zu gross, die Aufgabe zu schwierig, da mit dem Begriff des Vagus sehr verschiedenartige und schwielige Probleme der Physiologie verbunden sind.
*) Meine Abhandlung ^Ueber d, Veränd. im Nervensystem etc.“ 1. c., deutsch.
*) „Zur Anatom, u. Physiol, des N. Vagus“. Archiv, f. Psychiatrie, 1889, Bd. XX.